zur Navigation springen

„Willkommen in Schleswig-Holstein“ : Mit diesem Projekt wird Flüchtlingen Schleswig-Holstein erklärt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

„Willkommen in Schleswig-Holstein“ ist ein neues Bildungsprojekt zur Sprachförderung und richtet sich an Sprachzentren, DaZ-Klassen, Volkshochschulkurse und Kurse von privaten Anbietern.

shz.de von
erstellt am 13.Jan.2016 | 19:14 Uhr

Seit Jahren engagiert sich ihre Tageszeitung erfolgreich in der Bildungs- und Medienarbeit. Die Zikita, Zisch- und Tablet-Projekte erreichen Jahr für Jahr mehr als 25 000 Kinder und Jugendliche. Gemeinsam haben alle Projekte das pädagogische Unterrichtsmaterial, mit dessen Hilfe sich die Zeitung im Unterricht einbinden lässt sowie die tägliche Zeitungslieferung in die Bildungseinrichtungen.

Im neuen Jahr kommt ein weiterer Baustein hinzu. „Als erster Verlag wird der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag (sh:z) mit einem Bildungsprojekt für Flüchtlinge starten“, sagt Georg Konstantinow, der für die Medienprojekte des Verlages zuständig ist. „Das neue Angebot richtet sich an Sprachzentren, DaZ-Klassen, Volkshochschulkurse und Kurse von privaten Anbietern. Bildungseinrichtungen aus dem Verbreitungsgebiet des sh:z und des A.Beig-Verlages können sich schon jetzt unter www.shz.de/fluechtlinge für das Projekt anmelden.“

Im Mittelpunkt steht dabei immer die aktuelle Zeitung. Sie bietet als Alltagsmedium vielfältige Möglichkeiten, die Sprache zu entdecken, die Region kennenzulernen und den Kindern und Jugendlichen Politik und Alltag in Deutschland zu vermitteln. Die Zeitung wird so Mittel zum Lernen, aber auch Gegenstand des Lernens. Sie macht neugierig und regt an, sich auszutauschen. Materialinhalt und Aufgaben sind so gewählt, dass sie sich problemlos in die bestehenden Kurse integrieren lassen. Den Lehrkräften stehen ein Kina-Malheft, jeweils ein Materialpaket für die Altersgruppen 6 bis 10, 11 bis 16 und für die über 16-Jährigen zur Verfügung.

Die Lernabschnitte beinhalten Übungen zur Alphabetisierung, zur Sprachförderung, zur Landeskunde über Schleswig-Holstein und zur Medienkunde. Beispielsweise lernen ältere Teilnehmer Schlüsselwörter kennen, um sich auf dem Stellenmarkt in der Zeitung orientieren zu können.

Aber auch die Kleinsten finden spannende Aufgaben. Kina-Redakteurin Ina Reinhart hat ein Malheft für Kinder entwickelt. „Mit der Kina-Seite können die Kinder gleichzeitig Deutsch lernen und unser Bundesland erleben“, erklärt die Expertin für junge Leser. „Unser Malheft bietet Lesestoff, aber auch Anreize, selbst aktiv zu werden – in dem die Kinder malen und rätseln. In unseren Seminaren und Schulprojekten haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Zeitung in den Kindern die Neugier auf die Menschen und die Kultur in ihrer Umgebung weckt.“

Bei der Entwicklung des Materials stand zunächst die Herausforderung im Fokus, wie sich eine deutschsprachige, lokale Tageszeitung mit einer Zielgruppe zusammenbringen lässt, die noch kein Deutsch spricht. Vor Jahren gab es eine ähnliche Frage, als das Zikita-Projekt begann. Die anfänglichen Vorurteile, dass Kinder, die noch nicht lesen können, nicht mit der Zeitung arbeiten können, wurden schnell widerlegt. Seit acht Jahren setzen jährlich mehr als 150 Kitas mit rund 4000 Kindern erfolgreich die Zeitung in der Kita ein. Dass die Arbeit mit der Zeitung auch in der Integrationsarbeit funktionieren kann, zeigen Beispiele aus Holland und den USA.

Das Projekt wird von mct – media consulting team aus Dortmund pädagogisch konzeptioniert und entwickelt. Die Medienagentur mct ist ein Team aus Wissenschaftlern, Pädagogen und Journalisten und entwickelte für den sh:z bereits das Zikita-Material. Auch bei diesem Projekt haben die Medienexperten aus Dortmund großen Wert auf fundiertes und praxisnahes Material gelegt. Es entstand in enger Zusammenarbeit mit Sprachdidaktikern und Lehrkräften aus Auffangklassen und berücksichtigt die besonderen Herausforderungen in den Flüchtlingskursen. Alle Übungen sind so gestaltet, dass sie – je nach Bildungsgrad und Alter der Flüchtlinge – flexibel eingesetzt werden können. „So eingesetzt, bereichert die Tageszeitung den Sprachunterricht und wird zu einer integrativen Kraft“, sagt Anke Pidun vom media consulting team.

Motivation hinter diesem neuen Projekt ist der Gedanke, dass bei der Integration von Flüchtlingen neue Wege gegangen werden müssen. Je schneller sich die Neuankömmlinge in Schleswig-Holstein zurechtfinden, desto besser können sie in das Arbeitsleben integriert werden. In den Bereichen Service, Gastronomie und der Pflege wird bereits heute händeringend nach Personal gesucht. Eine Ursache für die vielen offene Stellen in diesen Bereichen ist der demografische Wandel, dessen Folgen sich von Jahr zu Jahr zunehmend auswirken.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen