Trappenkamp : Jugendliche stürzt bei Überfall zu Tode

Die 18-Jährige stürzte aus dem obersten Stockwerk. Foto: Seiler
Die 18-Jährige stürzte aus dem obersten Stockwerk. Foto: Seiler

Bei einem Überfall auf eine Wohnung in Trappenkamp ist eine 18-Jährige ums Leben gekommen. Sie hatte in Angst versucht, sich über den Balkon vor den Angreifern zu retten und fiel.

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16. Oktober 2012, 01:41 Uhr

Trappenkamp | Grauenvoller Todessturz in Trappenkamp (Kreis Segeberg). Eine Gruppe von sechs Jugendlichen ist in der Nacht zu Sonntag in der Wohnung eines Hochhauses überfallen worden. Eine junge Frau versuchte, in Todesangst über den Balkon vor den Angreifern zu flüchten - und stürzte vom 11. Stock in die Tiefe.
Unvorstellbar: Zunächst hatte niemand den Sturz der 18-Jährigen aus Bad Schwartau (Kreis Ostholstein) aus der obersten Etage bemerkt. Erst am Sonntagmorgen entdeckten Anwohner ihre Leiche. Polizeisprecherin Sandra Mohr: "Die 18-Jährige saß mit Freunden in der Wohnung ihres Bekannten, in die gegen 3.50 Uhr zwei Männer stürmten." Es sei zu einer massiven Schlägerei gekommen. "Die Angst trieb die junge Frau auf den Balkon", so Mohr. "Dort versuchte sie, nach unten zu klettern und stürzte ab." Ihre fünf Freunde (18 bis 22) wurden bei dem Überfall leicht verletzt. Sie riefen danach die Polizei und nannten die Namen der Täter, die sie kannten. Die Beamten nahmen eine Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung auf.
"Sie war eine ganz zarte Person"
Mohr: "Den Polizisten sagten die Geschädigten auch, dass eine Freundin aus dem Haus geflüchtet sei." Sie nahmen an, sie sei nach Hause gefahren. Tatsächlich lag die Freundin schon tot auf dem Rasen vor dem Hochhaus. Sie wurde erst Stunden später entdeckt. Eine Anwohnerin: "Es waren Rettungswagen da und Polizisten hatten die Tote abgedeckt. Sie war eine ganz zarte Person, ihre blonden Haare ragten unter dem Tuch hervor. Es war schrecklich." Trappenkamps Bürgermeister Harald Krille (SPD) sagte: "Wir sind tief bestürzt über das tragische Geschehen."
Die beiden Angreifer konnten noch am Sonntag festgenommen werden. "Es handelt sich um einen 18-Jährigen, der als Intensivtäter bekannt ist, und einen ebenfalls polizeilich bekannten 30-jährigen Mittäter", sagte Mohr. Das Motiv der beiden Männer aus dem Kreis Segeberg sei noch unklar. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft in Kiel sind die Täter dem Haftrichter vorgeführt worden. Er erließ Haftbefehl gegen beide.
Der Intensivtäter sei in eine Jugendarrestanstalt in Schleswig-Holstein gebracht worden, sagte die Kieler Oberstaatsanwältin Birgit Heß am Dienstag. Der zweite Tatverdächtige sitze jetzt im Gefängnis in Neumünster. Er ist den Angaben zufolge vorbestraft. Er stand wegen Körperverletzung unter Bewährung.

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