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Bundesagentur für Statistik : Job statt Asyl: Zahl der Gastarbeiter aus dem Westbalkan steigt

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Arbeitssuchende von dort können sich legal um einen Job in Deutschland bemühen - immer mehr nutzen diese Möglichkeit.

shz.de von
erstellt am 02.Okt.2017 | 15:16 Uhr

Nürnberg/Berlin | Der 2016 eingeleitete Kurswechsel der Bundesregierung im Umgang mit Jobsuchenden aus dem Westbalkan hat die Zahl der Gastarbeiter aus der Region spürbar steigen lassen. In den ersten acht Monaten 2017 sei die Zahl der Arbeitserlaubnisse für Gastarbeiter aus Albanien und anderen Westbalkan-Ländern im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeittraum um knapp 60 Prozent auf 62.957 gestiegen, wie jüngste Daten der Bundesagentur für Arbeit zeigen.

Die Bundesregierung hatte mit dem Gastarbeiterprogramm auf die 2015 stark gestiegene Zahl von Asylbewerbern vom Westbalkan reagiert. Da die allermeisten der Arbeit wegen nach Deutschland gekommen waren, hatte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) deren Asylanträge fast zu 100 Prozent abgelehnt. Die Neuregelung - die sogenannte Vorabzustimmung - erlaubt Menschen vom Westbalkan, unter bestimmten Bedingungen als Arbeitsmigranten nach Deutschland zu kommen.

Zugleich stieg in diesem Jahr aber auch die Zahl der Ablehnungen. Bis Ende August verweigerte die Bundesagentur in knapp 17.500 Fällen Jobsuchern aus Albanien, Bosnien-Herzegowina, Serbien, Montenegro, Mazedonien und dem Kosovo die Arbeitserlaubnis. Diese wird meist in solchen Fällen verweigert, in denen die Betroffenen kein konkretes Jobangebot nachweisen können, oder es bereits genügend inländische Jobsucher für die Stelle gibt. Die Zahl der Ablehnungen stieg damit in den ersten acht Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 54 Prozent.

Allein 22.200 Albaner erhielten eine Arbeitserlaubnis

Am stärksten haben der Bundesagentur-Statistik zufolge arbeitssuchende Albaner von der 2016 in Kraft getretenen Neuregelung profitiert: Sie bilden mit knapp 22.200 erteilten Arbeitserlaubnissen nicht nur die stärkste Gruppe, mit der Verdoppelung der Vorabzustimmungen der Bundesagentur wuchs ihre Zahl innerhalb der Gruppe der Jobsucher vom Westbalkan auch am stärksten. Arbeitskräfte in Bosnien und Herzegowina erhielten in gut 16.000 Fällen die Erlaubnis, in Deutschland zu arbeiten, Serben in mehr als 10.000 Fällen. Bei beiden Ländern wuchs damit die Zahl der Arbeitserlaubnisse um jeweils 53 Prozent.

Das Bundesarbeitsministerium hatte allerdings schon Ende 2016 darauf hingewiesen, dass die Vorabzustimmung der Bundesagentur für Arbeit nicht immer sofort zu einer Arbeitsaufnahme in Deutschland führe. Die Jobsucher bräuchten für die Einreise erst noch ein Visum. In einer Antwort auf eine Anfrage der Linkspartei hatte die Bundesregierung Anfang September längere Wartezeiten in den deutschen Auslandsvertretungen eingeräumt. Anfang August seien dort für die Terminvergabe Wartezeiten zwischen zwölf und 17 Wochen üblich, in Pristina/Kosovo sogar von mehr als zwölf Monaten. Alle Vertretungen in der Region seien aber inzwischen personell aufgestockt worden.

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