Legalisierung in Kanada : Interaktive Weltkarte des Kiffens: Wie die Staaten der Erde es mit Cannabis halten

Verruchtes Heilmittel: Cannabis kann viel – für die meisten ein bisschen zu viel.

Verruchtes Heilmittel: Cannabis kann viel – für die meisten ein bisschen zu viel.

Marihuana ist eine Massendroge, doch nur vier Staaten der Erde haben den Konsum wirklich freigegeben. Eine interaktive Karte.

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20. Juni 2018, 10:30 Uhr

Mit der Legalisierung von Cannabis, die in der Nacht zum 20. Juni 2018 im kanadischen Senat die letzte parlamentarische Hürde nahm, gibt es in dem flächenmäßig zweitgrößten Land der Erde in acht bis zwölf Wochen einen riesigen legalen Markt, dem Beobachter Milliardenumsätze vorhersagen. Volljährige dürfen dann straffrei kleinere Mengen von Cannabis für den Privatgebrauch anbauen oder kaufen, besitzen und konsumieren.

Die Arbeitslosigkeit in Neufundland und Labrador, der östlichsten kanadischen Provinz mit St. John's als Hauptstadt, liegt bei rund 15 Prozent, deutlich höher als im Rest von Kanada. Vor allem dort ist die Hoffnung auf wirtschaftliche Impulse riesig. „Heute Jobmesse“, steht auf einer Klapptafel auf dem Bürgersteig der Stadt St. John's, Menschenschlangen bilden sich. Es ist vor allem der Dienstleistungssektor, der jetzt boomen könnte. Es geht um Beratung, Aufklärung und Verkauf.

Tweed, einst in der Nähe der Hauptstadt Ottawa mit vier Mitarbeitern gestartet und inzwischen auf mehr als 1000 gewachsen, hat bereits eine Lizenz und bislang hauptsächlich den medizinischen Markt versorgt. „Wir sind bereit“, sagt Mario Castillo, Tweed-Manager für den Osten des Landes.

Doch nicht alle in Kanada sind für die Legalisierung von Cannabis. Auch bei der abschließenden Abstimmung im Senat stimmten zwar 52 Senatoren dafür, aber auch 29 dagegen. Kritiker sehen unter anderem Minderjährige nicht ausreichend geschützt. „Ein trauriger Tag für Kanadas Kinder“, twitterte beispielsweise die konservative Senatorin Linda Frum nach der abschließenden Senatsabstimmung.

 

Im Fokus der Debatten um das Für und Wider stehen nicht mehr nur ethische, medizinische und rechtliche Fragen, sondern zunehmend auch wirtschaftliche Überlegungen. So wächst in Nordamerika der legale Handel mit Marihuana weiter rasant. Der Markt legte um 34 Prozent zu, Verbraucher gaben 2016 über 6,7 Milliarden Dollar (6,2 Mrd. Euro) für Cannabis-Produkte aus.

Wie ist steht es in den anderen Ländern um die Gesetzmäßigkeiten? Ein Blick auf die interaktive Weltkarte des Kiffens verrät es Ihnen.

Grundlegendes Kriterium der Erfassung ist der Verbrauch kleiner Mengen zum Eigenbedarf. Der Einordnung liegen fünf Kategorien zugrunde.

  1. Legalisiert (grelles hellgrün, Südafrika, Uruguay, Portugal, Kanada)
  2. In Teilstaaten toleriert/legalisiert (grün)
  3. Illegal, aber kleinere Mengen entkriminalisiert (dunkelgrün)
  4. Illegal, aber oft ohne strafrechtliche Konsequenzen (ocker)
  5. nur medizinischer Gebrauch erlaubt (dunkelrot)
  6. Handel, Anbau und Konsum verboten (rot)
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