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FC Bayern München : Hoeneß verspricht Sportdirektor bis September: Oliver Kahn will auch nicht

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Bayern haben groß investiert, aber das Herzstück abseits des Platzes fehlt. Das sah man auch in China.

shz.de von
erstellt am 24.Jul.2017 | 14:24 Uhr

München | „Wir wollen hier jetzt nicht auf den Basar gehen. Wir werden das rechtzeitig mitteilen“, sagt Bayern-Präsident Uli Hoeneß zur Besetzung des seit dem Abgang von Matthias Sammer vor rund einem Jahr vakanten Sportdirektor-Postens beim Rekordmeister. Philipp Lahm sagte ebenso ab wie Max Eberl von Borussia Mönchengladbach. „Karl-Heinz Rummenigge und ich sind so viel durch die Gegend gefahren und haben Gespräche geführt“, hatte Hoeneß vor gut zwei Wochen erklärt.

Dass die Personalie Oliver Kahn in diesem Zusammenhang erwähnt wird, ist kein Zufall. Die Torhüter-Legende des Clubs wartet inzwischen neun Jahre auf eine Rückkehr an die Säbener Straße. Dementiert wurde das Gerücht bislang nicht. Allerdings soll der Ex-Titan bereits abgesagt haben, das berichtet „Bild“ unter Berufung auf eine Aussage von Uli Hoeneß: „Oliver Kahn hat uns klar gesagt, dass er nicht Sportdirektor werden will. Darum ist er auch kein Thema.“ Mit Marc van Bommel zeichnet sich ein weiterer früherer Agressiv-Leader als Top-Kandidat ab. Der Niederländer trainiert derzeit die U19 der PSV Eindhoven.

Die Bayern sind nach einer außerordentlich enttäuschenden Asien-Reise schon ein wenig in der Erklärungspflicht. Angesichts der Erfahrungen dauf der strapaziösen Tournee hat Hoeneß Konsequenzen für künftige Werbetouren des deutschen Fußball-Meisters angekündigt. „Das ist sicherlich grenzwertig, was wir gemacht haben bis jetzt“, sagte der Präsident und Aufsichtsratschef am Montag in Singapur. Zuvor hatte er die Nichtbesetzung des Sportdirektorpostens als „Problem“ bezeichnet.

„Wir werden sicherlich weiter diese Reisen machen. Aber ob man unbedingt vier Spiele in zwölf Tagen machen sollte, mit einer Reise in ein anderes Land noch, das wird sicherlich auf den Prüfstand kommen“, sagte der 65-Jährige bei einem Pressetermin im Mannschaftshotel. Nach der Rückkehr aus Asien werde es eine interne Aufarbeitung der Reise mit möglichen Veränderungen für die Zukunft geben. Die Weiterreise von China zu zwei weiteren Testspielen in Singapur sei ein ausdrücklicher Wunsch des Veranstalters gewesen. Die insgesamt vier Spiele finden im Rahmen des International Champions Cup statt.

Dem Veranstalterwunsch habe man stattgegeben, sagte Hoeneß: „Aber ob das für alle Zeiten gelten muss, wage ich sehr zu bezweifeln.“ Der FC Bayern hatte am Samstag sein zweites Testspiel in Shenzen in China überraschend hoch mit 0:4 gegen den AC Mailand verloren. Das wurde auch den Strapazen für die Bayern-Profis zugeschrieben. „Das kommt vor, wenn man am Tiefpunkt der Kraft ist“, urteilte Hoeneß.

Er werde darum „nicht hektisch“ mit Blick auf die am 18. August beginnende Bundesligasaison. Beim nächsten hochkarätigen Testspiel am Dienstag in Singapur gegen den englischen Meister FC Chelsea erwartet der Präsident dennoch wieder eine Leistungssteigerung und auch ein besseres Resultat. „Man verliert ungerne 0:4. Darum besteht ein kleiner Druck, dass man besser ausschaut“, erklärte Hoeneß.

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