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Flug MS804 : Hinweise auf Explosion in der abgestürzten Egyptair-Maschine gefunden

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Die Suchmannschaften und Ermittler arbeiten auf Hochtouren, um den Absturz des Flugs MS804 aufzuklären. Nun gibt es neue Erkenntnisse.

shz.de von
erstellt am 24.Mai.2016 | 14:08 Uhr

Kairo | Die geborgenen Körperteile von Insassen der abgestürzten Egyptair-Maschine deuten Ermittlern zufolge auf eine Explosion an Bord hin. Diese Hinweise ergäben sich aus den ersten forensischen Untersuchungen, wie es aus der ägyptischen Untersuchungskommission am Dienstag in Kairo hieß.

Der Airbus A320 war auf dem Flug von Paris nach Kairo, als er eine gute halbe Stunde vor der geplanten Ankunft vom Radar verschwand. An Bord der Maschine waren hauptsächlich Ägypter und Franzosen. Deutsche saßen nicht in dem abgestürzten Flugzeug.

Demnach wurden bislang nur kleine Körperteile gefunden, die keine vom Aufprall auf das Wasser oder später verursachten Verletzungen aufweisen. Dies deute darauf hin, dass das Flugzeug in der Luft auseinander gerissen sei, erklärten Quellen innerhalb der Untersuchungskommission.

Die Egyptair-Flug MS804 war am frühen Donnerstagmorgen mit 66 Menschen an Bord auf dem Weg von Paris nach Kairo über dem östlichen Mittelmeer abgestürzt. Die Ursache ist bislang unklar. Zuletzt hatte es geheißen, dass an Bord des Flugzeuges unmittelbar vor dem Absturz ein Rauchalarm aus dem Toilettenbereich im vorderen Teil der Maschine gemeldet worden sei.

Das Expertennetzwerk „Aviation Herald“ veröffentlichte einen Auszug des Datenfunksystems ACARS, das den Rauchalarm aufgezeichnet hatte. Die Daten deuten auf ein plötzlich auftretendes Ereignis im rechten vorderen Bereich des Flugzeugs hin. Innerhalb kurzer Zeit seien auch Sensoren an Fenstern auf der rechten Seite, unter anderem im Cockpit, aktiviert worden. Eine Minute nach dem Rauchalarm an der Toilette registrierte das System außerdem Rauch an der Bordelektronik, die sich unter dem Cockpit befindet.

Auch persönliche Gegenstände der Passagiere wurden gefunden.

Auch persönliche Gegenstände der Passagiere sind dabei.

Foto: dpa
 

Die Aufzeichnungen lassen darauf schließen, dass der Störfall im Inneren des Flugzeuges auftrat. Als letzte Nachricht schickte das ACARS-System einen Hinweis auf den Ausfall eines Steuerungssystems. Das geschah um 2.29 Uhr Ortszeit - unmittelbar, bevor der Flug MS804 im ägyptischen Luftraum vom Radar verschwand.

Bislang wurden die für die Aufklärung der Absturzursache wichtigen Flugschreiber und Stimmenrekorder nicht gefunden. Das ägyptische Militär sucht unter anderem mit Unterstützung Frankreichs weiterhin vor der Küste Ägyptens nach Wrackteilen. Die Suche sei schwierig, da das Suchgebiet mehr als 74 Quadratkilometer groß und an manchen Stellen bis zu 3000 Meter tief sei, hieß es aus Ermittlerkreisen.

Der Kommission zufolge laufen derzeit DNS-Untersuchungen der geborgenen Körperteile, um die Insassen zu identifizieren. Die Identifizierung kann mehrere Wochen dauern.

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