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Konflikte : Hintergrund: Positionen zu einem Militärschlag gegen Syrien

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In St. Petersburg sind beim G20-Gipfel hochrangige Vertreter fast aller Länder versammelt, denen im Syrienkonflikt eine besonders wichtige Rolle zukommt. Ein Überblick ihrer Positionen:

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erstellt am 05.Sep.2013 | 12:41 Uhr

USA: Präsident Barack Obama mobilisiert alle politischen Kräfte, um den Kongress für eine Strafaktion gegen Machthaber Baschar al-Assad zu gewinnen. Obama sieht die «rote Linie» nach einem mutmaßlichen Giftgas-Angriff mit vielen Toten überschritten. Der US-Präsident hat klar gemacht, notfalls ohne Verbündete zuzuschlagen.

RUSSLAND: Präsident Wladimir Putin lehnt einen Militärschlag gegen das befreundete syrische Regime kategorisch ab. Als Vetomacht im UN-Sicherheitsrat warnt Moskau vor einem Angriff ohne Mandat der Vereinten Nationen.

CHINA: Wie Russland ist auch die Vetomacht China gegen einen Militärschlag - nur tut die Volksrepublik ihre Einwände bislang nicht so laut kund. Peking plädiert dafür, dass alle Entscheidungen ausschließlich innerhalb der UNO fallen.

DEUTSCHLAND: Die Bundesregierung ist zwar ebenfalls für gemeinsame «Konsequenzen», wenn es Beweise für den Einsatz von Giftgas gibt. Die Bundeswehr wird bei einem Militäreinsatz aber auf keinen Fall dabei sein. Berlin hofft auf eine gemeinsame Linie im UN-Sicherheitsrat.

GROSSBRITANNIEN: Nach der demütigenden Niederlage von Premierminister David Cameron im Unterhaus wird sich das Vereinigte Königreich an keiner Militäraktion beteiligen.

FRANKREICH: Paris tritt für eine Reaktion der Stärke ein, notfalls ohne UN-Beschluss. Frankreich ist bereit, wenn die USA bereit sind militärisch loszuschlagen. Präsident François Hollande kann seine Armee in Bewegung setzen, ohne das Parlament um Zustimmung zu fragen.

TÜRKEI: Die türkische Regierung gehört zu den erbittertsten Gegnern des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Ankara, unmittelbarer Nachbar Syriens, unterstützt eine mögliche militärische Intervention.

SAUDI-ARABIEN: Befürwortet eine Militärintervention. König Abdullah will unbedingt den Sturz von Assad erreichen. Das islamische Königreich hat das Golfemirat Katar als wichtigster Unterstützer der Opposition abgelöst. Die Saudis schicken Geld und Waffen.

AUSTRALIEN: Als eine der wenigen hat die australische Regierung zuletzt Unterstützung der US-Position angedeutet. Sie hält aber - kurz vor den Wahlen am 7. September - offen, wie diese aussehen könnte. Sein Land wolle einen Militärschlag auch ohne UN-Mandat unterstützen, sagte Außenminister Bob Carr zuletzt. Australien kommt eine wichtige Rolle zu, weil es am Sonntag den Vorsitz im UN-Sicherheitsrat übernommen hat.

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