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Seit 58 Jahren auf Sendung : Heute gibts die 20.000. Tagesschau

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Vor 58 Jahren lief sie erstmals über den Sender und gilt heute als das Flaggschiff der Nachrichtensendungen im ARD-Fernsehen. Die Tagesschau - heute zum 20.000. Mal.

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erstellt am 30.Dez.2010 | 07:44 Uhr

hamburg | Von den Mitarbeitern beim NDR wird sie respekt- und liebevoll "DIE 20 Uhr" genannt. Die Abend-Nachrichten der Tagesschau sind Tradition pur, was hier gesagt wird ist praktisch amtlich und ja: Das "DIE" wird selbstverständlich in Großbuchstaben geschrieben, sagt Manfred Bolz, Koordinator der Aufnahmeleitung und Produktion und seit 34 Jahren bei der Tagesschau.
Am heutigen Silvesterabend wird die 20.000. Sendung der 20 Uhr Tagesschau ausgestrahlt, 58 Jahre nachdem am 26. Dezember 1952 die erste Tagesschau über den Sender lief. Seither hat sich einiges verändert - allerdings immer bedächtig, nach reiflicher Überlegung und nicht in großen Sprüngen. "Schließlich richtet sich der Lebensrythmus in Deutschland nach der Tagesschau", sagt Manfred Bolz. Anfangs gab es die Tagesschau nur drei Mal pro Woche, seit 1956 erschien sie dann täglich außer Sonntags und erst seit 1959/60 präsentiert der charakteristischen "Sprecher" eine Mischform von Film- und Wortnachrichten aus dem NDR-Studio in Hamburg.
Änderungen der Sendestruktur erfolgten häufig als Reaktion auf wichtige politische Ereignisse. Als der Mauerbau 1961 auf ein Wochenende fiel setzten sich endlich diejenigen Stimmen im Programm durch, die eine Sonntagssendung befürworteten. "Bei der Geiselnahme in Teheran 1979 wurde zum ersten Mal die Nacht durchgesendet", erinnert sich Manfred Bolz.
Neujahrsansprache verwechselt
Einen Totalausfall habe er in seiner Zeit noch nicht erlebt, sagt der 58-Jährige. Das peinlichste war die Verwechslung der Neujahrsansprache von Kanzler Helmut Kohl 1986 (es wurde die aus dem vorherigen Jahr ausgestrahlt). "Das ist wirklich aus Versehen passiert", beteuert Manfred Bolz. Im Laufe der Jahre hat er auch die Umstellung von sechs Sendungen am Tag auf einen 24-Stunden Betrieb mit 21 Sendungen miterlebt. "Natürlich war es damals gemütlicher", sagt er. Heute arbeiten zwischen 90 und 95 Redakteure und 259 bis 275 Mitarbeiter in der Produktion und Technik an den Nachrichtensendungen der ARD.
Und trotzdem: "DIE 20 Uhr" bleibt etwas besonderes. "Sie ist unser Flaggschiff", so Manfred Bolz. "Die anderen Sendungen werden mit der gleichen Sorgfalt vorbereitet, aber bei der 20 Uhr, da ist die Konzentration eine andere und das Lampenfieber für die meisten noch immer am größten."
Ob es noch einmal 20.000 Sendungen in genau diesem Format geben wird, wagt er nicht zu prophezeien. "Aber eine Tagesschau, wird es immer geben, denn die ist gut."

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