Abgestürzter Airbus A320 : Heck der AirAsia-Maschine entdeckt - 30 Tote geborgen

Warum ist die Maschine von AirAsia auf dem Weg nach Singapur abgestürzt? Auskunft können die Flugschreiber des Airbus geben. Sie zu finden, ist eine der wichtigsten Aufgaben für die Bergungsmannschaften.

shz.de von
02. Januar 2015, 14:50 Uhr

Jakarta | Fünf Tage nach dem Absturz von AirAsia-Flug QZ8501 können die Bergungsmannschaften auf der Suche nach dem Wrack einen möglichen Erfolg vermelden. Am Freitag entdeckte ein indonesisches Marineschiff nach Angaben des Kapitäns ein großes Teil des Airbus A320. „Wir konnten das Heck des Flugzeugs mittels Seitensicht-Sonar orten“, sagte Schiffskommandant Yayan Sofyan dem Sender Metro TV. Die Trümmer liegen demnach auf dem Meeresboden in rund 29 Metern Tiefe.

Die Suche konzentriert sich in erster Linie auf die Flugschreiber der Unglücksmaschine. Es sei ein Wettlauf gegen die Zeit, betonten die Retter. Bei ruhigerer See am Freitag konnten die Helfer die Suche nach der vor Borneo ins Meer gestürzten Maschine ausweiten. „Wir konzentrieren uns auf die Bergung des Flugzeugrumpfes sowie der Flugschreiber“, sagte der Leiter der indonesischen Rettungskräfte, Bambang Sulistyo. Die Suche war zuvor durch schlechtes Wetter behindert worden.

Der Airbus A320 der Billigfluglinie war am Sonntag aus weiterhin ungeklärter Ursache mit 162 Menschen an Bord auf dem Weg von Surabaya in Indonesien nach Singapur ins Meer gestürzt. Die Flugschreiber sollen helfen, die Unglücksursache zu klären. Mit Sonargeräten und anderen Messinstrumenten ausgestattete Schiffe suchen ein etwa 5400 Quadratkilometer großes Meeresgebiet ab, wie Sulistyo sagte. „Wir hoffen, heute aussagekräftigere Ergebnisse zu bekommen.“

Das bessere Wetter könnte auch den Einsatz von Horchgeräten ermöglichen, sagte der Chef der indonesischen Behörde für Transportsicherheit, Tatang Kurniadi. Die Geräte sollen unter Wasser akustische Signale von den Black Boxes der Unglücksmaschine auffangen, hoher Seegang störe dies. „Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Das Signal sendet nur 30 Tage lang“, sagte er. Sollte das Flugzeug bis dahin nicht gefunden sein, werde die Suche viel schwieriger werden, fügte er hinzu.

Auf dem Weg von Surabaya nach Singapur stürzte Flug QZ8501 vor Borneo ab.
Foto: dpa
Auf dem Weg von Surabaya nach Singapur stürzte Flug QZ8501 vor Borneo ab.
 

Es werden noch immer etwa 140 Passagiere und Besatzungsmitglieder vermisst. Hoffnung auf Überlebende gibt es nicht mehr. Die Rettungskräfte konnten bislang 30 Leichen aus dem Meer bergen, acht von ihnen werden derzeit in Surabaya identifiziert. Fernsehbilder zeigten, wie ein Hubschrauber der US-Marine vier Leichen zum Flughafen in Pangkalan Bun auf Borneo brachte. Ein Marineschiff hatte sie aus dem Meer geborgen. Das erste identifizierte Opfer, eine Indonesierin, wurde am Donnerstag unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit von ihrer Familie beigesetzt.

Russland hat unterdessen 72 Zivilschutzmitarbeiter zur Unterstützung der Bergungsarbeiten nach Indonesien geschickt. Zwei Maschinen mit Helfern und Ausrüstung für die Unterwassersuche landeten am Freitag in der Hauptstadt Jakarta, wie die Moskauer Behörden mitteilten. Russland sei zudem bereit, zwei weitere Transportflugzeuge mit Hubschraubern an Bord in das südostasiatische Land zu schicken, sagte der Leiter der Hilfsaktion, Eduard Tschischikow, Agenturen zufolge.

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