Richtfest in Hamburg-Altona Landstrom soll Kreuzfahrt-Stinker stoppen

Von dpa | 05.11.2014, 11:51 Uhr

Kreuzfahrtschiffe brauchen Strom, auch im Hafen. Bislang bleibt deshalb der Schiffsdiesel an. In Altona wird das anders.

Schon heute schalten die meisten Kreuzfahrtschiffe im Hafen zwar ihre Antriebsmotoren ab. Um die Stromversorgung aufrechtzuerhalten, nutzen sie aber zusätzliche Dieselmotoren. Die neue Anlage soll den Ausstoß von Schadstoffen wie Schwefeloxiden, Feinstaub und Kohlendioxid verringern. Neben den Anwohnern werden laut HPA auch Besatzung und Passagiere davon profitieren.

Umweltschützer wie der Naturschutzbund (Nabu) kritisieren dieses rege Treiben jedoch als Gesundheitsrisiko. Ein Kreuzfahrtschiff verbrauche selbst im Hafen so viel Energie wie eine 20.000-Einwohner-Stadt, schätzte Malte Siegert vom Nabu-Landesverband. Die Landstromanlage sei daher ein Fortschritt. „Landstrom wird helfen, die Emissionen während der Liegezeit an der Kaikante zu reduzieren“, sagte Siegert.

Nach Angaben von Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) wird Hamburg als erster Hafen konkrete Erfahrungen mit dem Betrieb eines festen Landstromanschlusses dieser Größenordnung machen. Die Hamburger Bürgerschaft hatte das Projekt nach langen Diskussionen Ende 2013 einstimmig beschlossen. Die Europäische Union unterstützt die Investition mit 3,5 Millionen Euro, übernimmt also rund ein Drittel der Kosten.