Hamburg Kurden kapern Hafenfähre

Von dpa | 21.04.2012, 09:47 Uhr

Kurden haben versucht, eine Hamburger Hafenfähre zu entführen. Sie bedrohten den Kapitän und entrollten ein Plakat der Arbeiterpartei PKK.

Nach der Besetzung einer Hamburger Hafenfähre sind acht der neun Aktivisten der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK wieder auf freiem Fuß. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, wird gegen sie jetzt wegen Nötigung und Freiheitsberaubung ermittelt. Lediglich ein Demonstrant befand sich zunächst noch in Polizeigewahrsam. Gegen ihn liefen Ermittlungen wegen früherer Delikte.
Die vier Frauen und fünf Männer hatten sich am Donnerstagnachmittag unter einem Vorwand Zutritt zur Brücke des Schiffes verschafft und vom Kapitän verlangt, auf der Elbe zu bleiben und nicht anzulegen. Außerdem entrollten sie eine Fahne mit Bezug zum Chef der Kurdischen Arbeiterpartei PKK, Abdullah Öcalan. Öcalan verbüßt in der Türkei eine lebenslange Haftstrafe.
Der Staatsschutz ermittelt
Rund 60 Passagiere befanden sich an Bord der Fähre. Einige alarmierten die Polizei. Die Wasserschutzpolizei sei mit ihrem größten Boot längsseits gegangen und habe die Fahrgäste von der Fähre geholt, sagte ein Polizeisprecher. Es gebe keine Hinweise auf Verletzte.
Die Beamten stiegen danach auf die Brücke. Die neun Kurden ließen sich widerstandslos festnehmen. Inzwischen hat der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen. Die Teilnehmer der Aktion müssten sich zumindest wegen gefährlichen Eingriffs in den Schiffsverkehr verantworten, hieß es. Erst am Mittwoch waren Kurden den Angaben zufolge auf den Turm des Hamburger Michel gestiegen und dort ein Transparent entrollt.