Programm der Saison 2018/19 Elbphilharmonie stellt neues Programm vor

Von Nadine Wenzlick | 03.05.2018, 21:19 Uhr

Tickets für die kommende Saison können ab sofort online bestellt werden, bevor am 21. Juni der allgemeine Vorverkauf beginnt.

„Eigentlich finde ich es ganz cool, unser Programm so Steve-Jobs-mäßig vorzustellen“, sagte Christoph Lieben-Seutter, Generalintendant Elbphilharmonie & Laeiszhalle, als er das Scheinwerferlicht im kleinen Saal der Elbphilharmonie betrat. Seine Bemerkung sollte ein Scherz sein, doch vielleicht ist es gar nicht so weit hergeholt, die Pressekonferenz zur neuen Spielzeit in Hamburgs Vorzeige-Konzerthaus mit den Keynotes von Apple zu vergleichen. Der Ansturm auf Tickets für die Elbphilharmonie ist schließlich mindestens genauso hoch wie auf ein neues iPhone. Das hochkarätige Programm für die im September beginnende Spielzeit 2018/2019, das Christoph Lieben-Seutter am Donnerstag vorstellte, dürfte dafür sorgen, dass das auch in Zukunft so bleibt.

Große Orchester sind am beliebtesten

Als „geradezu unübersichtlich groß“ bezeichnete Lieben-Seutter das rund 700 Veranstaltungen umfassende Gesamtangebot und stellte anschließend einige Höhepunkte vor. „Nichts ist bei uns so schnell ausverkauft wie die Auftritte der großen Orchester“, sagte er. Für die kommende Saison sind deshalb gut 30 Orchestergastspiele geplant, darunter die Philharmoniker aus Wien, Berlin und München, das Budapest Festival Orchestra und das Royal Philharmonia Orchestra London. Der griechisch-russische Star-Dirigent Teodor Currentzis steht an sieben Abenden am Pult, Sir Simon Rattle und Andris Nelson leiten jeweils vier Konzerte mit unterschiedlichen Spitzenorchestern. Zum ersten Mal konnte auch das Boston Symphony Orchestra gebucht werden (5. September).

Komponist Sir George Benjamin habe laut Lieben-Seutter schon sehr lange auf der Wunschliste der Elbphilharmonie gestanden. Sein Schaffen wird mit einem umfassenden Portrait gewürdigt, das sich über die gesamte Saison erstreckt. Weitere Komponisten-Schwerpunkte wird es zu Charles Ives, Karol Szymanowski, Witold Lutoslawski und Olga Nuewirth geben.

Auch Festivals stehen auf dem Programm

Darüber hinaus stehen zahlreiche sorgfältig kuratierte Festivals auf dem Programm. „Lux aeterna“, das Musikfest für die Seele, präsentiert im weiteren Sinne spirituelle Musik (3. bis 27. Februar 2019), während „Greatest Hits“ sich unter dem Motto Rausch zeitgenössischer Musik nähert (28. November bis 1. Dezember). Beim 4. Internationalen Musikfest Hamburg derweil steht der ungarische Komponist György Ligeti im Mittelpunkt (27. April bis 29. Mai 2019).

Den 100. Jahrestag der polnischen Unabhängigkeit nehmen HamburgMusik und der NDR zum Anlass für eine ausführliche Würdigung polnischer Musik, Komponisten, Orchester und Solisten. Die Festwochen beginnen am 10. September mit einem Konzert des Polish National Radio Symphony Orchestra und reichen bis in den späten November hinein. Der von Mythen umwobenen Stadt an der Lagune widmet sich das Elbphilharmonie-Orchesterfestival „Venedig“, das Ostern 2019 stattfindet.

Auch die Reihe „Reflektor“, bei der ein Künstler für ein Wochenende symbolisch die Schlüssel zur Elbphilharmonie überreicht bekommt, geht in der kommenden Saison weiter. Vom 25. bis zum 28. Februar gestaltet Performance-Künstlerin, Musikerin und Regisseurin Laurie Anderson ihre eigenen Konzertschwerpunkte, vom 8. bis zum 10. Juni ist der deutsche Pianist Nils Frahm an der Reihe. Die Reihe „Jazz Piano“ im kleinen Saal der Elbphilharmonie wird mit Künstlern wie Myra Melford oder Craig Taborn fortgesetzt, „Elbphilharmonie World“ präsentiert den Besuchern Weltmusikklänge von den Punch Brothers, Angelique Kidjo und Noureddine Khourchid.

Hohe Ticketnachfrage

Rund 900.000 Tickets sollen für die kommende Saison erhältlich sein. Die Bestellung von Einzelkarten ist bis zum 25. Mai über www.elbphilharmonie.de sowie persönlich an den Vorverkaufsstellen der Elbphilharmonie möglich. Sollte die Nachfrage das Angebot übersteigen, werden die Karten nach dem Zufallsprinzip zugeteilt. Weitere Kartenkontingente gehen am 21. Juni an allen bekannten Theaterkassen in den Verkauf. Um zu jedoch vermeiden, dass die gesamte Saison schon im Juni ausverkauft ist, beginnt der Vorverkauf bei manchen Konzerten erst im November. Einige weitere Veranstaltungen sollen bis dahin noch dazukommen.

Bis zum 13. Mai können außerdem 5000 neue Aboplätze bestellt werden. Die Quote für Aboplätze wurde damit von 40 auf 50 Prozent erhöht. „Anfangs war der Fokus, so vielen Menschen wie möglich einen Besuch der Elbphilharmonie zu ermöglichen“, so Christoph Lieben-Seutter. „Mittelfristig ist es aber wichtig, ein neues Stammpublikum zu etablieren.“

Seit ihrer Eröffnung im Januar 2017 haben bereits mehr als eine Million Menschen ein Konzert in der Elbphilharmonie besucht. Alleine im großen Saal fanden statt der zunächst geplanten 250 Konzerte über 370 Veranstaltungen statt. „Es brummt!“, resümiert Christoph Lieben-Seutter. „Die Elbphilharmonie ist eine Musikfabrik.“