Bewerbung für 2024 Acht gute Gründe für Olympia in Hamburg (und SH)

Von Cornelia Sprenger | 21.05.2014, 12:55 Uhr

Die Hamburger Bürgerschaft debattiert darüber, ob sich Hamburg für die Olympischen Sommerspiele 2024 oder 2028 bewerben soll. Die Redaktion von shz.de ist dafür - und hofft auf ein Olympisches Dorf in Wacken.

1. Erfolgreiches Bauprojekt

Mit dem Bau eines Olympia-Stadions auf der Elb-Halbinsel Kleiner Grasbrook zeigt die Stadt Hamburg, dass sie Großbaustellen auch planmäßig realisieren kann. Dabei ist es von Vorteil, dass die Dachkonstruktion hier anders als bei der Elbphilharmonie nicht zu Verzögerungen führen kann - es wird einfach weggelassen. Dafür werden Regenschirme an die Zuschauer verteilt, die alle zusammen die Olympischen Ringe bilden.

2. Erschließung für bezahlbaren Wohnraum

Wenn die Olympischen Spiele vorüber sind, wird die Halbinsel Kleiner Grasbrook in ein Gebiet mit bezahlbarem Wohnraum umgewandelt. Mit der finanziellen Unterstützung vom Land für den Bau des Olympischen Stadions geht auch die Erschließung der Halbinsel Kleiner Grasbrook viel schneller voran. Eine neue U-Bahn und eine Brücke über die Elbe sind dann schon fertig, wenn mit der Bebauung begonnen wird.

3. Bereicherung für die Stadtkulisse

Der Blick von der Lombardsbrücke auf die Binnenalster ist international bekannt. Noch schöner wird er, wenn der Springbrunnen kurzerhand zum Olympischen Feuer umfunktioniert wird und der Wettkampf der Synchronschwimmer kreisförmig darum herum stattfindet.

4. Sprung nach vorne für den Norden

Innerstädtische Sportstätten sind ja gut und schön - aber Segelwettbewerbe auf der Binnenalster sind einfach nicht das Wahre. Stattdessen weichen die Segler auf die Flensburger Förde aus. Dort ist die Kulisse ohnehin viel schöner und der Tourismus im Norden bekommt auch sein Stück vom Kuchen ab. Warum sollte nur Hamburg seinen Platz auf der Weltkarte bekommen? Flensburg wird durch Olympia 2024 als Segelrevier und Urlaubsregion weltberühmt.

5. Nachhaltigkeit in Wacken

Wo wir schon einmal im Norden sind - ein Olympisches Dorf extra zu bauen ist aufwendig, teuer und wenig nachhaltig. In Wacken ist der Platz doch schon da, hier kann für die Athleten eine große Zeltstadt aufgebaut werden. Die kann dann, ganz im Sinne der Nachhaltigkeit, auch gleich für das Metal-Festival aufgebaut bleiben.

6. Altes nutzen

Es gibt noch eine dritte Sportstätte in Schleswig-Holstein, die sich geradezu als Austragungsort für die Olympischen Spiele anbietet: Experten glauben, dass die Rader Hochbrücke in 12 Jahren höchstwahrscheinlich einsturzgefährdet ist. 2024 ist sie dann wohl für Autofahrer gesperrt, aber für die Turmspringer ist sie geradezu ideal. Und bei der Abschlussfeier kann die Brücke in einem phänomenalen Feuerwerk gesprengt werden.

7. Verkehrsmanagement

Bei den Olympischen Spielen in Hamburg ist mit einem hohen Verkehrsaufkommen zu rechnen: Alle Welt will dann nach Hamburg. Und sicherlich kommen die Menschen nicht nur mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, sondern auch mit dem Auto. Deshalb werden eine fünfte und sechste Elbtunnel-Röhre gebaut. Und das Beste ist: Sie müssen bis 2024 fertig sein. In Zukunft gibt es dann keine Staus mehr am Elbtunnel.

8. Unterbringung auf Kreuzfahrtschiffen

Hamburg hat einen riesigen Hafen. Was läge da näher, als die Gäste, die keinen Platz in den Hotels finden, auf Kreuzfahrtschiffen unterzubringen? Der Vorteil ist, dass die Menschen dann gleich per Schiff zu den Austragungsorten an der Rader Hochbrücke und in Flensburg transportiert werden können.