Hamburg-Schnelsen A7-Auffahrt bis Ende 2018 gesperrt - Politiker fordern Verkürzung

Von Markus Lorenz | 17.07.2017, 19:10 Uhr

Autofahrer müssen wegen der Sperrung eine Umleitung zum Dreieck Nordwest fahren, doch dabei gibt es Probleme.


Am Montag, 24. Juli, beginnt für Autofahrer in Hamburgs Nordwesten
eine schwierige Zeit. Ab diesem Tag ist die A7-Auffahrt Schnelsen
in Fahrtrichtung Süden voll gesperrt und das nonstop bis zum Dezember
2018. Fast anderthalb Jahre lang werden Autofahrer, die auf die
Autobahn in Richtung Hannover wollen, über eine Umleitung zur
A23-Anschlusstelle Eidelstedt geführt.

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Grund der Sperrung sind die
Bauarbeiten am Lärmtunnel Schnelsen. Bei Kommunalpolitikern sorgt
die Dauer der Maßnahme für Bauchschmerzen.

Die Bezirksversammlung
Eimsbüttel hat die Verkehrsbehörde auf Antrag der SPD jetzt
aufgefordert, eine Verkürzung der Vollsperrung zu prüfen.
Eimsbüttels SPD-Verkehrsexperte Koorosh Armi verweist auf die
Menschen im Bereich der Großbaustelle und sagt: „Der A-7-Ausbau
bedeutet ohnehin eine enorme Belastung für Schnelsen, Eidelstedt
und Stellingen.“ Wenn nun eine anderthalbjährige Sperrung
hinzukomme, sei dies kaum noch zumutbar. Zumal Autofahrer auch auf
der Umleitungsstrecke Ungemach erwartet.

Die A23 wird während der
Sommerferien vor dem Dreieck Nordwest asphaltiert, so dass es dort
von Ende Juli bis Ende August für einen Monat nur einspurig
vorangeht. Obendrein ist vom 24. Juli bis zum 24. August auch die
A7-Anschlussstelle Volkspark komplett dicht (Auf- und Abfahrt);
Grund ist der Neubau der Langenfelder Brücke. Für SPD-Politiker
Amri sind das Gründe genug, die Schnelsen-Maßnahme zu entschärfen.
Er fordert, zunächst die A 23 zu erneuern und erst danach die
A7-Auffahrt zu sperren. Zudem wünscht er sich eine zweite
ausgeschilderte Umleitungsstrecke zur Auffahrt Schnelsen Nord
zwecks Entlastung der Holsteiner Chaussee.

Bei den Behörden beißen
die Kritiker allerdings auf Granit. „Wir haben die Baustelle im
Bereich Schnelsen bereits optimiert, weniger Einschränkungen geht
nicht“, sagt der Verkehrskoordinator Christian Merl. Grund der
Vollsperrung ist nach seinen Angaben der Bau des nördlichen
Tunnelportals für den westlichen Teil des Lärmdeckels Schnelsen
sowie der Bau der neuen Auffahrtrampe, die im Tunnel liegen wird.
Weil ab Ende 2017 der komplette Verkehr auf der A7 durch diesen
Tunnel laufen wird, könne in dieser Zeit die Rampe aus
Sicherheitsgründen ebenfalls nicht freigegeben werden. Erst Ende
2018, nach Fertigstellung der östlichen Tunnels, soll die Auffahrt
Schnelsen wieder benutzbar sein.

Merl betont, die Holsteiner
Chaussee sei für die lange Umleitungsdauer aufwendig ausgebaut
worden. Und: Eine zweite offizielle Umleitung nach Schnelsen Nord
dürfe zwar nicht ausgeschildert werden, aber: „Die allermeisten
Autofahrer sind dort ortskundig, die fahren ohnehin über Schnelsen
Nord, wenn es für sie günstiger ist.“