ÄGYPTEN : Härtere Strafen für sexuelle Übergriffe

Adli Mansour hat sich für härtere Strafen bei sexuellen Übergriffen eingesetzt.
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Adli Mansour hat sich für härtere Strafen bei sexuellen Übergriffen eingesetzt.

Bisher ist die Gesetzesgebung in Ägypten mit sexuellen Übergriffen locker umgegangen. Eine spezielle Regelung gab es nicht. Nun hat Übergangspräsident Adli Mansur ein Gesetz unterschrieben, das Sexualstraftäter härter bestrafen soll.

shz.de von
06. Juni 2014, 11:11 Uhr

Kairo | Sexuelle Übergriffe werden in Ägypten künftig härter bestraft. Der scheidende Übergangspräsident Adli Mansur unterzeichnete am Donnerstagabend ein Gesetz, wonach Täter mit mehrjährigen Haftstrafen rechnen müssen, wie staatliche Medien berichteten.

Nach Angaben der Zeitung „Al-Ahram“ kann damit jemand für ein halbes Jahr ins Gefängnis kommen, der sein Opfer mit Worten und Gesten bedrängt. Stalker müssten mit mindestens einem Jahr Haft rechnen. Wer seine Autorität in der Familie oder im Beruf für sexuelle Übergriffe missbraucht, wird zwischen zwei und fünf Jahren inhaftiert – ebenso wie Täter, die gemeinsam mit anderen handeln oder eine Waffe benutzen.

In Ägypten gehören sexuelle Belästigungen und Übergriffe auf Frauen schon seit vielen Jahren zum Alltag. Mit dem Zusammenbruch des Polizeistaats im Arabischen Frühling 2011 verloren die Täter, die oftmals straflos blieben, gänzlich die Hemmungen und die Attacken wurden brutaler. Selbst inmitten von Menschenmassen bei Demonstrationen oder Feiern auf dem zentralen Tahrir-Platz wurden Frauen vergewaltigt. Eine spezielle gesetzliche Regelung gab es in diesem Fall bislang nicht, meist reichten die Betroffenen wegen Körperverletzung Klage ein.

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