Letzte Hoffnung Glücksspiel : Griechen zocken mehr – wegen der Finanzkrise

Glücksspiel als Hoffnung: Etwa jeder Fünfte in Griechenland ist arbeitslos.
Glücksspiel als Hoffnung: Etwa jeder Fünfte in Griechenland ist arbeitslos.

Viele Griechen spielen jeden Tag – auch wenn sie nur kleine Beträge setzen können. Ihre Hoffnung: der große Gewinn.

shz.de von
23. August 2018, 13:57 Uhr

Athen | Die Griechen haben im Zuge der jahrelangen Finanzkrise mehr Geld für Glücksspiele ausgegeben. 2017 verzeichneten Kasinos, Lotterie- und Wettunternehmen gegenüber dem Vorjahr ein Umsatzplus von 8,7 Prozent, wie die Athener Zeitung "Kathimerini" am Donnerstag unter Berufung auf die staatliche Kontrollbehörde berichtete. Damit hätten die Griechen einschließlich der geschätzten Ausgaben für illegale Wettspiele mehr als 8,5 Prozent der Wirtschaftsleistung (2017: rund 187 Milliarden Euro) für Glücksspiele ausgegeben.

Glücksspiel als Rettung

Psychologen erklärten das Verhalten mit einer Art Verzweiflung nach einer fast acht Jahre andauernden Krise. Viele Bürger setzten täglich kleinere Beträge ein in der Hoffnung, mit einem Glücksspiel-Gewinn die Lebenssituation verbessern zu können. Nach wie vor ist etwa jeder Fünfte in Griechenland arbeitslos.

Den größten Umsatz machte den Angaben zufolge der private Anbieter OPAP mit knapp vier Milliarden Euro, gefolgt von Kasinos (1,6 Milliarden), Lotterien (458 Millionen) und der Rennbahn in Athen (knapp 41 Millionen Euro). Wie die Behörde weiter mitteilte, haben die Griechen 2017 zudem fünf Milliarden Euro für Wetten von Internet-Anbietern ausgegeben. Schätzungen zufolge fließen zudem weitere fünf Milliarden Euro an illegale Online-Wettplattformen.

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