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Flüchtlingskrise : Grenze zu Dänemark: Schweden schafft Passkontrollen ab

vom
Aus der Onlineredaktion

Pendler können aufatmen: Schweden stellt mit der Aufhebung der ID-Kontrollen ein Stück Normalitiät im skandinavischen Alltag wieder her.

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2017 | 17:45 Uhr

Stockholm/Kopenhagen | Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln über Dänemark nach Schweden reist, muss sich ab kommenden Donnerstag nicht mehr zwingend einer Identitätsprüfung unterziehen. Das gab Innenminister Anders Ygeman am Dienstag auf einer Pressekonferenz bekannt. Man habe die Entscheidung getroffen, die früheren Regelungen wiederherzustellen, sagte der Minister. Gleichzeitig sollen die übrigen Grenzkontrollen durch die Polizei aber verschärft und die Videoüberwachung nebst automatischer Kennzeichenerfassung erweitert werden.

Die Entscheidung aus Stockholm könnte sich auch auf Schleswig-Holstein auswirken. Dänemarks Regierung hatte seine Entscheidung über die Wiederherstellung der bestehenden Grenzkontrollen an der deutsch-dänischen Grenze seinerzeit klar als Reaktion auf die schwedische Notbremse in der Flüchtlingskrise übertitelt.

Mit diesen Verschärfungen sei die ID-Kontrolle nicht mehr nötig, sagte Ygemann. Die Zahl der Asylbewerber sei von zeitweise 10.000 pro Woche auf 500 zurückgegangen, begründete der Minister die Entscheidung.

Schweden hatte die Pass-Kontrollen am 4. Januar 2016 eingeführt, nachdem 2015 mehr als 160.000 Asylbewerber eingereist waren. Mit der Aufhebung der Passkontrollen wolle man die Situation der Pendler verbessern, die zur Arbeit nach Dänemark fahren müssten. Die Grenzkontrollen Schwedens hatten den in der zusammengewachsenen Region Kopenhagen-Malmö lebenden Menschen einiges an Schwierigkeiten eingebracht. Laut Öresund-Institut gibt es an einem durchschnittlichen Tag fast 75.000 Fahrten über die Öresundsbrücke, die beiden Städte verbindet.

Allein die Zeit, die Pendler und Reisende durch die Passkontrollen täglich zusätzlich auf der Strecke verbringen, kostet nach Instituts-Berechnungen am Tag umgerechnet rund 175.000 Euro. Reisende und Pendler in Zügen, Bussen und Fähren mussten sich generellen Passkontrollen unterziehen, was die Reisezeit häufig verlängerte. Im Februar hatte Dänemarks Verkehrsminister Ole Birk Olesen bekanntgegeben, dass die dänische Bahn die Kontrollen an den Zügen nach Schweden die dänische Bahn bereits 9,5 Millionen Euro gekostet habe. Überdies nahm der Absatz von Bahntickets auf der Strecke nach Schweden erheblich ab.

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