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Klassik-Sopranistin : Grammy für eine Flensburgerin: Wer ist diese Dorothea Röschmann?

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Aus der Onlineredaktion

Der Name Röschmann ist der einzige deutsche unter den Grammy-Gewinnern. Wer ist diese Frau?

Flensburg/Los Angeles | Adele war die große Gewinnerin der diesjährigen Grammy-Awards in Los Angeles. Aus deutscher Sicht war es die Flensburgerin Dorothea Röschmann. In der Nacht zum Montag wurde sie für das Album „Schumann & Berg“, das sie begleitet von Pianistin Mitsuko Uchida eingesungen hat, mit einem Grammy in der Kategorie „Bestes klassisches Solo-Album“ geehrt – zusammen mit „Shakespeare Songs“ von Ian Bostridge. Röschmann, die in diesem Jahr ihren 50. Geburtstag feiert, ist die einzige Deutsche, die in diesem Jahr einen der wichtigsten Musikpreis der Welt gewann.

Der Wahl-Berlinerin Röschmann gilt nicht erst seit gestern als eine der international begehrtesten Sopranistinnen, schließlich hat sie in den letzten Jahrzehnten bereits eine Weltkarriere auf den Bühnen hingelegt. Erste internationale Bekanntheit erlangte Röschmann 1995 beim Salzburg Festival, wo sie die Susanna in Mozarts „Hochzeit des Figaro“ sang. Für viele Jahre blieb sie der Berliner Staatsoper treu, die ihr 2016 den Ehrentitel „Berliner Kammersängerin“ verlieh. Auf den bedeutendsten Opernbühnen ist sie seither zu Hause.  2003 sang sie an der Royal Opera London die Pamina in der „Zauberflöte“. Mozart, sagte sie, seit der „Herzschlag meiner Karriere“. Der „Guardian“ beschrieb ihre Stimme seinerzeit als „irgendwo zwischen Erde und Himmel“. Ein Jahr zuvor hatte Röschmann ihrern ersten Grammy für die beste Choraufnahme zusammen mit den Wiener Sängerknaben, dem Concentus Musicus Wien und dem Arnold Schoenberg Chor gewonnen.

Zu ihrer Heimatstadt hat Röschmann weiterhin ein enges Verhältnis. Ihre Familie lebt schließlich an der Förde, wo sie seit ihrem siebten Lebensjahr sämtliche Altersgruppen des Bach-Chors durchlief. Ihre regelmäßigen Besuche nutzt sie zur Entspannung vom Leben im Trubel. So fährt sie dann gerne mit dem Fahrrad durch die Marienhölzung, wie sie es als Kind tat. Im September 2016 kam sie erstmals seit dem Abitur an ihre frühere Schule, das Alte Gymnasium. Für die Feier zum 450-jährigen Bestehen der altehrwürdigen Schule ließ sie es sich nicht nehmen, die alten und neuen Bekannten mit ihrem stimmlichen Feingefühl zu beseelen. Seinerzeit hatte es an der Schule eine japanische Lehrerin gegeben, die ihr im Alter von elf Jahren den ersten Gesangsunterricht gab, verriet sie einst dem „Guardian.“ Ein Schlüsselereignis für ihre Professionalisierung. Nach dem Abitur in Flensburg ging die Lehrerstochter aus musikalischem Hause mit 19 Jahren an die Hochschule für Musik und Theater Hamburg, später studierte sie auch in Bremen, Frankfurt und Los Angeles.

Das Jahr 2017 beginnt für Röschmann mit der Rolle der Donna Elvira („Don Giovanni“) an der Wiener Staatsoper. Im Sommer geht es für sie an die Royal Opera in London, wo sie die Desdemona it in „Otello“ singt. Der eine oder andere Besuch in Flensburg steht bei all dem Wirbel um ihre Person – nun auch von außerhalb der Klassik-Szene – sicher auch an.

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erstellt am 13.Feb.2017 | 11:01 Uhr

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