Nach Katastrophe in Italien : Genua: Autobahnbetreiber bestreitet Schuld am Brückeneinsturz

Wer trägt die Hauptschuld am folgenschweren Brückeneinsturz?
Wer trägt die Hauptschuld am folgenschweren Brückeneinsturz?

Nach dem Brückeneinsturz in Genua mit zahlreichen Toten wird immer noch nach Schuldigen für das Unglück gesucht.

shz.de von
18. August 2018, 19:24 Uhr

Genua | Die private Betreibergesellschaft Autostrade per l'Italia weist die Verantwortung für den verheerenden Brückeneinsturz in Genua von sich. "Wir denken nicht, dass die Voraussetzungen vorliegen, Verantwortung für ein Ereignis zu übernehmen, dessen Ursache zunächst noch ermittelt werden muss", sagte Hauptgeschäftsführer Giovanni Castellucci auf einer Pressekonferenz am Samstag. Bei dem Unglück waren nach neuesten Erkenntnissen 43 Menschen gestorben.

600 Menschen müssen Häuser verlassen

Castellucci entschuldigte sich zugleich, nicht genügend Mitgefühl für die Opfer gezeigt zu haben. Er versprach den Opferfamilien und den Menschen zu helfen, die infolge des Unglücks ihre Häuser verlassen mussten. Rund 600 Menschen waren nach dem Einsturz der Brücke gezwungen, ihre Häuser und Wohnungen zu verlassen. Die Gebäude, die teils unterhalb der Brücke stehen, müssen nach Behördenangaben abgerissen werden.

Seine Gesellschaft könne eine neue Brücke in acht Monaten bauen, sobald die nötigen Genehmigungen vorlägen, sagte Castellucci weiter. Premierminister Giuseppe Conte hatte am Freitag einen Prozess eingeleitet, um der der privaten Betreibergesellschaft Autostrade per l'Italia ihre Lizenz zu entziehen.

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