zur Navigation springen
Deutschland & Welt

21. November 2017 | 22:33 Uhr

Nach dem Referendum : Generalstreik in Spanien

vom

Für viele Bürger Kataloniens war es ein Schock, mit welcher Härte die Polizei versuchte, das Unabhängigkeitsreferendum zu unterbinden.

shz.de von
erstellt am 03.Okt.2017 | 12:52 Uhr

Barcelona | Mit einem Generalstreik wollen Gewerkschaften und andere Organisationen in Katalonien gegen die Polizeigewalt während des umstrittenen Unabhängigkeitsreferendums am vergangenen Sonntag protestieren. Aufgerufen zu der Aktion am Dienstag haben unter anderem Gewerkschaften, die separatistische Bürgerinitiative ANC sowie der nationalistische Kulturverein „Omnium Cultural“. Parallel soll es auch Kundgebungen in der spanischen Region geben, erwartet werden Zehntausende Teilnehmer.

Viele Bürger der wirtschaftsstarken Region meinen, sie müssten zu viel Geld an die aus ihrer Sicht korrupte Regierung in Madrid abgeben, was die eigene Jugend in die Perspektivlosigkeit geführt habe. Sie glauben, dass ein unabhängiges Katalonien in Europa besser dastünde.

Auch der Fußballclub FC Barcelona beteiligt sich. „Der Club wird morgen geschlossen sein“, teilte der Verein aus der spanischen Primera División auf seinem Twitterkanal mit. „Keine Profi- und keine Jugendmannschaft wird morgen in der Ciutat Esportiva trainieren.“ Die Ciutat Esportiva Joan Gamper ist das Trainingsgelände Barças.

 

Auch die beiden größten Gewerkschaftsverbände Spaniens hatten sich ursprünglich dem Aufruf angeschlossen, zogen aber ihre Teilnahme am Montag zurück. Aus ihrer Sicht hat die Rede des katalonischen Regierungschefs Carles Puigdemont nach der Abstimmung gezeigt, dass er als einzige politische Strategie den Ausruf der Unabhängigkeit verfolgt, wie die Verbände CCOO und UGT mitteilten. Zur Lösung des Konflikts zwischen Barcelona und der Zentralregierung seien aber weiter Verhandlungen nötig.

Regierungschef Carles Puigdemont rief die Demonstranten zu friedlichen Protesten gegen die Polizeigewalt am t. „Heute ist ein Tag des demokratischen, staatsbürgerlichen und würdigen Protests“, schrieb Puigdemont im Kurznachrichtendienst Twitter. „Lasst Euch nicht durch Provokationen aufregen. Die Welt hat es gesehen: Wir sind friedliche Menschen“, fügte er hinzu

Nach amtlichen Angaben wurden am Sonntag bei den Aktionen der staatlichen Polizei zur Verhinderung der vom Verfassungsgericht verbotenen Befragung knapp 900 Bürger verletzt. Gegen den Willen Madrids hatte die Regionalregierung ein «verbindliches Referendum» über die Loslösung von Spanien organisiert. Das Lager der Separatisten gewann mit rund 90 Prozent der abgegebenen Stimmen. Die Zentralregierung betont, das Referendum sei nach der Verfassung vollkommen illegal.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen