Café gestürmt : Geiselnahme in Sydney beendet – drei Tote

16 Stunden hält ein Mann die Besucher eines Cafés in seiner Gewalt. Neben den Toten gibt es vier Verletzte.

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15. Dezember 2014, 17:09 Uhr

Sydney | Bei der Geiselnahme in Sydney sind drei Menschen getötet und vier weitere verletzt worden. Unter den Toten sei auch der Geiselnehmer, teilte die australische Polizei am frühen Dienstagmorgen (Ortszeit) mit.

Polizisten hatten gut 16 Stunden nach dem Beginn der Geiselnahme in Sydney das Café gestürmt. Es waren laute Explosionen und Schüsse zu hören. Die Polizei brachte am frühen Dienstagmorgen (Ortszeit) Menschen auf Tragen aus dem Gebäude. Der Geiselnehmer, ein vorbestrafter radikaler Iraner, sei ums Leben gekommen, berichteten die Sender 7News und 9News unter Berufung auf die Polizei, bevor diese dies offiziell bestätigt hatte. Medien berichteten wie folgt:

Die genauen Umstände blieben zunächst unklar. Die Polizei teilte über den Kurznachrichtendienst Twitter mit: „Sydney-Geiselnahme ist beendet.“. Fernsehsender zeigten Bilder von Polizisten in der Nähe des Cafés, die Menschen in Sicherheit brachten. Kurz darauf waren am Tatort laute Explosionen zu hören. Schwer bewaffnete Polizisten schossen in das Café.

Bei dem Geiselnehmer von Sydney handelt es sich nach Angaben der Polizei um einen 49 oder 50 Jahre alten selbst ernannten Prediger aus dem Iran. Der Mann genießt nach den Angaben vom frühen Dienstagmorgen (Ortszeit) in Australien Asyl. Er sei wegen sexueller Übergriffe in mehr als 40 Fällen sowie im Zusammenhang mit dem Tod seiner Ex-Frau wegen Beihilfe zum Mord angeklagt, berichteten Medien übereinstimmend. „Eins ist damit klar: Dies ist ein Einzeltäter“, sagte Anwalt Manny Conditsis, der den Mann im vergangenen Jahr verteidigte.

Er sei gegen Kaution auf freiem Fuß gewesen. „Er hat wahrscheinlich das Gefühl, dass er nichts zu verlieren hat“, sagte der Anwalt im Fernsehen. Der Mann war im vergangenen Jahr zu gemeinnütziger Arbeit verurteilt worden, nachdem er Hassbriefe an die Angehörigen gefallener australischer Soldaten geschrieben hatte, wie die Zeitung „The Age“ berichtete. Medien zufolge protestierte er häufiger öffentlich gegen seine Behandlung in Australien oder gegen die amerikanische Politik. Dabei war er mehrfach von Fernsehsendern gefilmt worden. Der Mann betrieb in Sydney als Heiler eine Art Praxis und empfing dort Kunden. Dort sollen die sexuellen Übergriffe stattgefunden haben.

Der Mann hatte am Montagmorgen (Ortszeit) ein Café in Sydney überfallen und etliche Angestellte und Gäste als Geiseln genommen. Er hatte dort auch eine Fahne mit dem muslimischen Glaubensbekenntnis entrollt. Die Polizei verhandelte nach eigenen Angaben mit dem Mann über die Freilassung der Geiseln.

Das Gelände um das Café war fast einen Tag lang abgesperrt. Mehrere Hundert Polizisten waren im Einsatz.

Am Montag (Ortszeit) konnten die ersten fünf Geiseln das Café verlassen.

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