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Islamistischer Terror in Syrien : Geheimes Video: Das müssen Frauen in der IS-Hochburg Rakka ertragen

vom
Aus der Onlineredaktion

Hinrichtungen, geschwärzte Gesichter und Führerkult: Zwei Frauen haben heimlich den Alltag in Rakka gefilmt.

shz.de von
erstellt am 15.Mär.2016 | 11:39 Uhr

Rakka/Stockholm | „Ich will die Vollverschleierung endlich wieder loswerden und die Dunkelheit, die uns umhüllt“: Das sagt eine der zwei Syrerinnen hinter der Kamera, die ihr Leben riskiert und heimlich die Zustände ihrer Heimatstadt Rakka gefilmt haben. Den Film der mutigen Frauen veröffentlichte nun der schwedische Fernsehsender Expressen TV in englischer Sprache mit Untertiteln.

IS-Propagandavideos und Kriegsaufnahmen aus Syrien gibt es im Netz zuhauf. Bewegte Bilder aus dem Alltag in den Terror-Hochburgen sind allerdings rar – erst recht aus Frauenhand.

Das Video zeigt Einblicke in den Alltag der unterdrückten Frauen und Mädchen, die unter dem IS-Totalitarismus am meisten zu leiden haben.

Die Frauen zeigen Orte der Hinrichtungen auf den Straßen, derer sie Zeuge wurden. Ein Mann sei erst erschossen und anschließend geköpft worden. Der abgetrennte Kopf sei dann auf einem Pfahl inmitten der Stadt aufgestellt worden. Ein Getöteter habe vor seiner Hinrichtung noch nicht mal mehr die Miene verzogen.

In einem Markt stehen Haarfärbemittel aufgereiht, auf deren Verpackungen der Händler die Gesichter schwarz übermalt hat – ob er es musste, fragt die eine: „Ja“. Es wird ein Platz gezeigt, an dem Frauen gesteinigt werden, wenn sie die islamistischen Ehegesetze nicht einhalten oder untreu sind, was Vergewaltigung einschließt. Der Gouverneur, heißt es, wirft dann den ersten Stein, den Rest besorgen die anderen.

„Alle Frauen möchten ihr Gesicht“, sagt die eine und äußert damit ihren Herzenswunsch: Nach freiem Willen rausgehen zu können. Doch das verbieten die Islamisten. Nach ihren Gesetzen dürfen Frauen nur in Begleitung ihrer Männer und verhüllt mit einem Niqab (Gesichtsschleier) die Häuser verlassen.

Ein Taxifahrer berichtet, er sei gezwungen worden, für seine kleine Tochter einen Niqab zu kaufen, obwohl sie noch ein Kind sei. Sollte das Kind nochmals ohne Verhüllung gesehen werden, drohen ihm und der Kleinen 30 Peitschenhiebe. Währenddessen wird im Radio der IS-Führer Abu Bakr al-Baghdadi besungen.

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