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Baumschäden in Jütland : Gefräßige Biber: Däne fordert 40.000 Euro vom Staat

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Aus der Onlineredaktion

Die Politik hat einst die Wiederansiedlung des Bibers angeordnet. Kommt der Staat nun für die Schäden auf? Das Urteil wäre das erste seiner Art.

shz.de von
erstellt am 09.Okt.2017 | 18:13 Uhr

Holstebro | Nicht jedermann freute sich darüber, als die dänische Regierung beschloss, 1000 Jahre nach der Ausrottung wieder Biber in der dänischen Natur anzusiedeln. 1999 war das und aus damals 18 Tieren sind inzwischen 200 geworden. Auf dem Gutsbesitz von Find Andersen-Fruedahls zwischen Holstebro und Lemvig in der Region Midtjylland haben die Baukünstler an vielen Bäumen deutliche Spuren hinterlassen. Aus diesem Grund zieht der Großgrundbesitzer nun vor Gericht.

„Bereits 2002 haben die Biber damit begonnen, meine Bäume zu fällen. Die Behörden haben mein Grund und Boden quasi verstaatlicht. Das macht mich sauer“, sagte der Gutsbesitzer dem Fernsehsender „TV2“. Es ist das erste Mal, dass Schadensersatz aufgrund von Wildtierschäden vor einem dänischen Gericht verhandelt werden muss.

Die Biber, deren Bestand in der dänischen Natur prächtig gewachsen ist, haben nichts falsch gemacht, sagt Morten Elmeros vom Bioscience der Universität Aarhus. „Die Biber haben ganz genau das getan, wofür man sie ausgesetzt hat. Sie haben für mehr Leben in den Wasserläufen gesorgt. Ihre Dämme haben für mehr stehende und niedrige Gewässer gesorgt, die viele Arten zum Leben benötigen“, so Elmeros.

<p>Begehrtes Baumaterial: Ein von einem Biber bearbeiteter Baum in Bayern. Auch in Deutschland gab es in den letzten Jahren Diskussionen über den Ausgleich von Biberschäden.</p>

Begehrtes Baumaterial: Ein von einem Biber bearbeiteter Baum in Bayern. Auch in Deutschland gab es in den letzten Jahren Diskussionen über den Ausgleich von Biberschäden.

Foto: dpa

Find Andersen-Fruedahl hat dafür kein Verständnis und fordert nun 25.000 bis 40.000 Euro Entschädigung für die Bäume und Seen, in denen die rindennagenden Flußarchitekten bei ihm aktiv waren. Unterstützung erhält er vom Landwirtschaftsverband Landbrug & Fødevarer – und auch vom dänischen Naturschutzverband (DN).

„Der Rechtsfall ist Ausdruck für eine wachsende Frustration. Wir brauchen klare Kriterien dafür, wann die Problembiber entfernt werden dürfen, genau, wie wir dies auch schon bei den Wölfen haben“, so Bo Håkansson, Biologe beim DN. Laut Umweltbehörde hat die Ausarbeitung eines neuen Verwaltungsplanes bereits begonnen.

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