Kiel : Gefährlicher Kinderschänder bleibt hinter Gittern

Die Staatsanwaltschaft Kiel hat für einen als gefährlich eingestuften Sexualstraftäter nachträgliche Sicherungsverwahrung beantragt. Zugleich forderte sie den Erlass eines Unterbringungsbefehls.

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01. Oktober 2008, 10:48 Uhr

Dies teilte Oberstaatsanwalt Uwe Wick am Dienstag mit. Die Behörde will so verhindern, dass der Mann Ende Oktober auf freien Fuß kommt. Eine vom Kieler Landgericht im März 2007 ausgesprochene Sicherungsverwahrung war vor einem Jahr vom Bundesgerichtshof wegen eines Formfehlers aufgehoben worden. Der Straftäter war im Juli 2004 zu fünf Jahren Haft unter anderem wegen schwerem sexuellen Missbrauchs eines Kleinkindes, seiner Stieftochter, verurteilt worden.
Nach Einschätzung eines Sprecher des Kieler Landgerichts wird es bis zu einer Verhandlung über die Sicherungsverwahrung einige Zeit dauern. Deutlich schneller könne über den Unterbringungsbefehl entschieden werden. "Dies ist etwa vergleichbar mit einem Haftbefehl", erklärte der Sprecher. Dies könne noch im Oktober geschehen. Justizminister Uwe Döring (SPD) begrüßte die Initiative der Staatsanwaltschaft nach eigenen Angaben "außerordentlich". Er hatte in der vergangenen Woche den Fall bekanntgemacht und erklärt, dass er eine Freilassung des Mannes für einen Fehler halte.
Gleich zwei Gutachter hatten den heute 61-Jährigen als gefährlich eingestuft. Im Strafvollzug hatte er sich den Einschätzungen zufolge als nicht therapierbar erwiesen. Dennoch hob der BGH die ausgesprochene Sicherungsverwahrung auf, weil Fristen verstrichen waren. Dies war eingetreten, weil einer der Sachverständigen dauerhaft erkrankt war. Um solche Fälle künftig zu vermeiden, startete Justizminister Döring eine Bundesratsinitiative. Er will damit erreichen, dass Gerichte die Frist für eine gutachterliche Stellungnahme verlängern können, wenn ein Gutachter erkrankt.

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