Zwölf Tote bei Schiffsunglück : Frühere Gelting-Faaborg-Fähre vor Afrika gesunken

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Für die kroatische Reederei Jadrolinja beförderte die ehemalige Gelting-Fähre Autos und Passagiere auf dem Mittelmeer.

Das kapverdische Schiff „Vicente“ ist vor der Westküste Afrikas gekentert. Für zwölf Menschen gibt es keine Rettung mehr. Gebaut wurde die Fähre in Flensburg für den Einsatz zwischen Gelting und Faaborg.

shz.de von
14. Januar 2015, 14:09 Uhr

Gelting/Cap Verde | Die 1965 im Auftrag der Nordic Ferry Service A / S in Flensburg gebaute Autofähre „Vincente“ ist am Donnerstagabend vor der afrikanischen Inselgruppe Kap Verde gesunken. Bei dem Unglück kamen nach jüngsten Angaben höchstwahrscheinlich zwölf Menschen ums Leben.

Die auch „Vis“ genannte „Vincente“ hatte den Hafen von Prai auf der Hauptinsel Santiago verlassen und war in Richtung der Insel Fogo unterwegs. An Bord befanden sich zu diesem Zeitpunkt 22 Passagiere und vier Crew-Mitglieder, sowie Autos und Container. Laut lokalen Medien sank die Fähre nur drei Seemeilen von ihrem Ziel entfernt. Höchstwahrscheinlich waren heftige Wetterkapriolen der Grund für die Havarie. Andere Quellen berichten davon, dass die Fähre möglicherweise mit Fracht überladen war.

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Mit zwei Schiffen versuchten die Bergungskräfte, die Passagiere zu retten. Doch die Sucharbeiten wurden durch das schlechte Wetter behindert. Zunächst war die Rede von drei Überlebenden, die aus dem Wasser gezogen werden konnten. Nach Ausweitung der Rettungsarbeiten konnten nach Aussagen der Behörden insgesamt elf Menschen lebendig geborgen werden. Drei Leichen wurden gefunden. Weitere zwölf Passagiere werden noch vermisst, für sie besteht inzwischen kaum noch Hoffnung.

Nach ihrer Fertigstellung auf der FSG-Werft im Jahr 1965 war die fast 57 Meter lange Fähre unter dem Namen „Sydfyn“ elf Jahre lang auf der Route von Gelting Mole nach Faaborg im Einsatz. Zu dieser Zeit konnte das Schiff bis zu 56 Pkw oder sieben Lkw befördern.

Durch den großen Erfolg der neuen Butterfahrtlinie wurde der Kahn bald zu klein. 1976 wurde die „Sydfyn“ daher gegen die deutlich größere „M/F Gelting“ ausgetauscht und laut Angaben der Zeitschrift „Maritim“ nach Jugoslawien verkauft. Vor vier Jahren trat die kroatische Reederei Jadrolinja das Mittelmeerschiff nach Kap Verde ab. Die Inselgruppe liegt 300 Seemeilen von der afrikanischen Westküste entfernt.

Das wesentlich größere Nachfolgerschiff der „Sydfyn“ auf der Gelting-Faaborg-Route, die ehemalige „Gelting Syd“ (im Einsatz von 1981 bis 1999), ist seit 1999 unter dem Namen „Atlas“ auf der Linie Algericas-Tanger zwischen Südspanien und Marokko unterwegs.

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