Virologe aus dem Norden rät: : Fitnessstudio trotz Omikron? Wer sich nicht infizieren will, sollte verzichten!

Author: imago images/Westend61
In Deutschlands Sportstudios ist es wieder voller geworden. Ist ein Infektionsrisiko mit Covid-19 hier besonders hoch?

Im Fitnessstudio kommen viele Menschen auf teilweise engstem Raum zusammen. Ist der Studiobesuch in Zeiten der hochansteckenden Omikron-Variante überhaupt noch ratsam? Ein Virologe gibt Antworten.

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21. Januar 2022, 08:50 Uhr

Im Fitnessstudio kommen viele Menschen auf teilweise engstem Raum zusammen. Ist der Studiobesuch in Zeiten der hochansteckenden Omikron-Variante überhaupt noch ratsam? Ein Virologe gibt Antworten.

Wieder mehr ins Fitnessstudio und Sport treiben: Bei vielen Leuten steht dieser Punkt auf der Liste mit den guten Neujahrsvorsätzen. Doch aktuell fegt die Omikron-Welle über Deutschland hinweg. Stellt sich die Frage: Sollte ich bei den aktuellen Inzidenzen überhaupt noch gemeinsam mit anderen Menschen Sport treiben?

Sollte ich das Fitnessstudio meiden?

Der Virologe Andreas Podbielski vom Institut für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene (IMIKRO) der Universität Rostock hat dazu eine klare Antwort: „In der jetzigen Lage und für die nächsten Wochen gilt: Wer sich partout vor Omikron schützen will, sollte auf das Sportstudio lieber verzichten.” Das Fitnessstudio sei ein „Hochrisikogebiet”, wenn es um die Übertragungsmöglichkeiten von Atemwegserkrankungen geht.

Zwar seien in vielen Studios die Lüftungsanlagen aufgerüstet worden, was ein Übertragungsrisiko mindere, doch das reiche nicht aus: „Dort atmet man zusammen mit vielen anderen tief und heftig und meist ungeschützt ein und aus, die Belüftungssituation ist zudem undurchsichtig. Damit hat man alle Risikofaktoren zusammen, die sonst ein Superspreading-Event definieren” , so Podbielski.

Beim Sport treibt man die Aerosol-Mengen und damit die Erreger-Konzentration ganz besonders nach oben. Andreas Podbielski

Ohne Maske in den Sportkurs: „Sehr großes Risiko”

Nicht sinnvoll sei auch, die Maske lediglich auf den Gängen zu tragen, sie aber im Sportkurs oder auf den dicht aneinander gereihten Laufbändern wieder abzusetzen. „Das ist ein sehr großes und unnötiges Risiko. Die Maske gibt einem zumindest noch einen gewissen Schutz”, sagt der Experte. „Auf dem Flur wird Abstand genommen, aber im Yogakurs steht man auf Tuchfühlung mit dem Nachbarn.”

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Höhepunkt der Omikron-Welle besser abwarten

Podbielski rät daher dazu, das Fitnessstudio „in den nächsten Wochen”, in denen Experten den Höhepunkt der Omikron-Welle erwarten, zu meiden. Das gelte auch für Geboosterte. So könne jeder einen Betrag leisten, die Krankenhäuser nicht volllaufen zu lassen.

Der Mediziner betont aber auch: „Früher oder später wird es uns alle treffen.” Omikron sei aber auf dem Weg, sich zu einer relativ normalen Infektionskrankheit zu entwickeln. „So langsam kommen wir in einem Zustand, in dem wir das über uns hinweglaufen lassen können.” Die Impfung sei weiterhin die beste Prävention und werde uns auch künftig begleiten: „Wir werden wahrscheinlich jedes Jahr unsere Covid-Impfung brauchen.” Es gelte aber auch: „In der Zukunft werden Geimpfte sehr wohl bedenkenlos in ein Sportstudio gehen können.”

Athletes and officials train in the gym in the Olympic village in London, Great Britain, 24 July 2012. The London 2012 Olympic Games will start on 27 July 2012. Photo: Michael Kappeler dpa +++ dpa-Bildfunk +++
dpa/Michael Kappeler

Athletes and officials train in the gym in the Olympic village in London, Great Britain, 24 July 2012. The London 2012 Olympic Games will start on 27 July 2012. Photo: Michael Kappeler dpa +++ dpa-Bildfunk +++

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