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Rassistischer Aushang in Güstrow : Fitness-Studio lässt nur noch Deutsche an die Hanteln: Shitstorm

vom
Aus der Onlineredaktion

Sportverbot für Migranten: Den Internet-Aufreger das Tages zieht ein Fitness-Studio in Güstrow auf sich.

shz.de von
erstellt am 28.Jul.2017 | 14:42 Uhr

Güstrow | Ein Fitness-Studio in Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern) hat nach dem Anti-Terroreinsatz in der Stadt mit einer fragwürdigen Aktion für Irritationen gesorgt und steht massiv in der Kritik: Der Fitness-Club hatte auf einem handgeschriebenen Aushang angekündigt, dass man ab sofort keine Mitbürger mit Migrationshintergrund mehr aufnehmen werde. Dies geschehe vor allem „zum Schutz unserer Mitglieder“, hieß es in dem Aushang weiter.

Fotos machen die Runde

Als Grund für die Entscheidung hatten die Verfasser die jüngsten Ereignisse um drei terrorverdächtige Männer in Güstrow angegeben. Fotos von dem Plakat machten vor allem in den sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook die Runde. Es folgte ein massiver Proteststurm: Kommentatoren kritisierten den Ausschluss von Migranten am Fitnessbetrieb als rassistisch und diskriminierend. Ausländische Mitbürger würden unter einen Generalverdacht gestellt.

Das Fitnessstudio reagierte zunächst weder auf telefonische noch schriftliche Nachfragen unserer Redaktion zu der umstrittenen Entscheidung. Die Betreiber distanzierten sich jedoch von dem Schreiben. „Wir möchten uns zunächst in aller Form für den Inhalt entschuldigen“, äußerten sie sich in einem Facebook-Beitrag. Man distanziere sich klar von solchen Äußerungen und heiße auch in Zukunft alle Menschen herzlich willkommen.

Inhalt nicht abgesprochen

Die Studiobetreiber hatten nach eigener Aussage keine Kenntnis von dem diskriminierenden Aushang. Der an die Öffentlichkeit gelangte Inhalt sei nicht mit ihnen abgesprochen worden und spiegele auch nicht die Philosophie des Studios wieder, schrieben sie in ihrem Facebook-Statement.

 

Die Kritik an dem Studio ging auch am Donnerstag weiter. Einige Facebook-Nutzer nahmen den Betreibern die Entschuldigung nicht ab. „Komisch, sobald es an die Öffentlichkeit gelangt, will man es nicht gewesen sein“, schrieb ein Kommentator. Andere Kritiker gingen noch härter mit dem Studio ins Gericht: „... ist nicht mit uns abgesprochen, reicht nicht ganz aus als Erklärung für diesen rassistischen Mist. Entweder das wird lückenlos aufgeklärt oder Ihr seid nur noch unglaubwürdig.“
 

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