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Sechs Männer vor Gericht : Feuer-Angriff auf schlafenden Obdachlosen: Haftstrafe gegen Haupttäter

vom
Aus der Onlineredaktion

Der Richter bewertete die Tat nicht als versuchten Mord, sondern als gefährliche Körperverletzung.

shz.de von
erstellt am 13.Jun.2017 | 14:37 Uhr

Berlin | Knapp ein halbes Jahr nach der Feuerattacke gegen einen schlafenden Obdachlosen in einem Berliner U-Bahnhof hat das Landgericht der Hauptstadt am Dienstag das Urteil verkündet. Angeklagt waren sechs junge Männer im Alter zwischen 16 und 21 Jahren. Der 21-jährige Haupttäter wurde zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt. Das Berliner Landgericht ließ am Dienstag den harten Vorwurf des versuchten Mordes fallen und sprach den Mann wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung schuldig.

Der Angriff auf den Obdachlosen war kein Einzelfall. Zuletzt wurde im April in Hamburg der Schlafsack eines 49-Jährigen unter freiem Himmel angezündet. Ebenfalls dort wurde im Februar die Schlafstätte von zwei wohnungslosen Männern in einem Parkhaus in Brand gesteckt.

Das Gericht hatte zuvor bereits angedeutet, dass auch eine Verurteilung wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung in Frage kommen könnte. Das Delikt wiegt aus juristischer Sicht nicht so schwer wie versuchter Mord. Überraschend waren am Freitag fünf Angeklagte aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Dort saß seitdem noch der 21-jährige Hauptverdächtige. Für ihn gilt das Erwachsenen-Strafrecht.

Den Flüchtlingen aus Syrien und Libyen wurde vorgeworfen, in der Weihnachtsnacht 2016 einen schlafenden Obdachlosen auf einer Bank im Kreuzberger U-Bahnhof Schönleinstraße angezündet zu haben. Nur durch das Eingreifen von Fahrgästen konnte laut Staatsanwaltschaft Schlimmeres verhindert werden. Sie löschten die Flammen, der ahnungslose Mann aus Polen blieb unverletzt. Für den Hauptangeklagten hat die Staatsanwaltschaft eine Gefängnisstrafe von vier Jahren gefordert. Die Angeklagten hatten einen Tötungsversuch zurückgewiesen.

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