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Hurricane Festival und Karl-May-Spiele : Festival ohne Konzerte - Unwetter trifft auch SH und den Süden

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Heftiger Regen verscheucht Musikfans beim „Hurricane“ - auch die Karl-May-Spiele fallen ins Wasser. Bringt der Sonntag Ruhe an der Wetterfront?

Berlin | Wetterkapriolen mit Starkregen und Sturmböen haben in Deutschland vielerorts für enttäuschte Gesichter gesorgt. So ging der zweite Tag des „Hurricane“-Festivals im niedersächsischen Scheeßel ohne ein einziges Konzert zu Ende. Nach mehreren Unwettern vom Anreisetag Donnerstag an hatten heftige Regengüsse Festival- und Camping-Gelände unter Wasser gesetzt. Nachdem der Beginn des Programms am Samstag mehrmals verschoben worden war, sagten die Veranstalter die Konzerte für Samstag am Abend komplett ab. Einige Musikfans feierten bei der Aftershowparty trotzdem - in Matsch und Regen.

 

Somit können sich die zehntausenden Musikfans im niedersächsischen Scheeßel am dritten und letzten Tag des „Hurricane“-Festivals noch einmal auf Konzerte freuen. Die Veranstalter verkündeten am Sonntagmorgen: „Es geht weiter!“ Das Gelände sei an vielen Stellen trockengelegt. Infos zum Zeitplan auf den Bühnen sollten folgen.

Kräfte der Feuerwehr und des THW waren die Nacht über im Einsatz. Einige Gäste bauten ihre Zelte schon am Samstag ab. Die verbleibenden lieferten sich Schlammschlachten und veranstalteten Partys unter ihren Pavillons. Am Sonntag werden unter anderem die Headliner Mumford & Sons und Deichkind erwartet. Auch in Schleswig-Holstein sorgte das Wetter für zahlreiche Einsätze.

Die Karl-May-Spiele von Bad Segeberg hielten bis zur Pause durch - danach war Schluss. Wegen des starken Regens war ein Weiterspielen in dem Freilichttheater unmöglich, wie die Veranstalter am Samstagabend entschieden. „Bei diesem sintflutartigen Regen, der da plötzlich einsetzte, konnten wir nur absagen“, sagte Geschäftsführerin Ute Thienel später. Trotz der Unwetter tagsüber waren am Abend rund 7000 Zuschauer in die Arena am Kalkberg in Schleswig-Holstein gekommen.

 

In den Kreisen Stormarn und Ostholstein sowie im Herzogtum Lauenburg liefen Keller voll, Straßen wurden überflutet und Bäume knickten um. Allein in Ostholstein rückten die Feuerwehrleute zu mehr als einhundert wetterbedingten Einsätzen aus. In den drei Kreisen hatte die Leitstelle Süd bis 23 Uhr zu insgesamt 182 Wettereinsätzen alarmiert. Im Vergleich glimpflich dagegen traf es die Wehren in Stormarn und dem Kreis Herzogtum Lauenburg. Hier waren vor allem die freiwilligen Feuerwehren aus Ahrensburg, Trittau, Bad Oldesloe, Glinde, Großhansdorf und Sandesneben bei Unwettereinsätzen unterwegs.

Zahlreiche Straßen wurden überflutet.
Zahlreiche Straßen wurden überflutet. Foto: Peter Wüst

In Timmendorf und Eutin sorgten die starken Regenfälle für überflutete Straßen, so der Sprecher weiter. In einem Hotel in Scharbeutz sei ein Fahrstuhlschacht mit Wasser vollgelaufen und habe die Technik lahmgelegt. Verletzte gab es nicht.

 

In Lübeck wütete das Gewitter ebenfalls. In der Karlsruher Straße in Lübeck-Schlutup standen einige Straßenabschnitte und Parkplätze unter Wasser. Im Brinkweg stand in der Asylunterkunft der Keller unter Wasser. Die Wohnung ist nicht mehr bewohnbar. Die freiwillige Feuerwehr Schlutup war im Dauereinsatz. In einen Supermarkt in Schlutup in der Mecklenburger Straße war ebenfalls Wasser eingedrungen.

Die Wohnung von Hewud Klepa ist vorerst nicht mehr bewohnbar.
Die Wohnung von Hewud Klepa ist vorerst nicht mehr bewohnbar. Foto: Kröger
 

In Straubing in Niederbayern machte das schlechte Wetter den Besuchern eines Volksfestes einen Strich durch die Rechnung. Familien mit kleinen Kindern wurden am Samstagabend aufgefordert, nach Hause zu gehen. Bei den Rettungskräften in der Region gingen in der Zeit von 18.30 bis 22.30 Uhr rund 420 Notrufe ein, wie die Polizei mitteilte. Der Regen machte Straßen unbefahrbar und flutete Keller. Blitze schlugen in Gebäude. Kleinere Orte waren am Abend ohne Strom.

Beim Public Viewing des deutschen EM-Spiels gegen die Slowakei am Sonntagabend in Berlin wird es dem Deutschen Wetterdienst zufolge kühl, trübe und verbreitet regnerisch sein. Eine leichte Jacke und einen Regenschirm sollten Fußballfans bei Temperaturen um die 20 Grad dabei haben.

Beim „Southside Festival“ in Baden-Württemberg waren bereits am Freitagabend 82 Musikfans verletzt worden, davon kamen 25 laut Veranstaltern leicht verletzt ins Krankenhaus. Das Festival wurde abgebrochen. Das Gelände sehe „zermalmt“ aus, so als sei jemand „mit einem Bagger darin rum gefahren - fürchterlich“, sagte ein Gast.

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erstellt am 26.Jun.2016 | 11:28 Uhr

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