Medien : What a man

Matthias Schweighöfer macht vor und hinter der Kamera eine gute Figur.
Matthias Schweighöfer macht vor und hinter der Kamera eine gute Figur.

Matthias Schweighöfer ist ein Tausendsassa. Mit Anfang 30 hat er schon in diversen Kino-Kassenschlagern («Soloalbum», «Russendisko») und TV-Klassikern («Tatort»), aber auch in ambitionierten Theaterinszenierungen mitgespielt.

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05. November 2013, 00:07 Uhr

Zugleich ist er neben Til Schweiger wohl Deutschlands beliebtester Frauenschwarm.

Auch als Regisseur hat der Brandenburger ein gutes Händchen bewiesen. Sein Debüt «What a Man» von 2011 lockte fast 1,8 Millionen Besucher in die Kinos. Sat.1 zeigt die Liebeskomödie am Dienstag um 20.15 Uhr.

Die Handlung beruht angeblich zum Teil auf Schweighöfers eigenen Erlebnissen. Held des Films ist der nie ganz erwachsen gewordene Grundschullehrer Alex (Matthias Schweighöfer). Für das Weichei kommt es eines Tages knüppeldick: Seine Freundin Carolin (Mavie Hörbiger) verlässt ihn für den Nachbarn Jens (Thomas Kretschmann). Und dann wirft sie den sanften Alex auch noch aus der gemeinsamen Wohnung.

Am Boden zerstört sucht er Zuflucht bei seiner besten Freundin Nele (Sibel Kekilli). Sein Kumpel Okke (Elyas M'Barek) versucht nun, Alex an die Frau zu bringen. Doch beim verunsicherten Romantiker scheint es einfach nicht zu klappen. Alex beginnt an seiner Männlichkeit zu zweifeln. Er begibt sich auf eine turbulente Suche nach der Antwort auf die alles entscheidende Frage: Wann ist ein Mann ein Mann?

Den jungen, deutschen Filmstars scheinen ihre Figuren auf den Leib geschrieben zu sein: Kekilli spielt die niedliche Naturschutzaktivistin Nele mit übergroßem Panda-Kostüm und chaotischer Wohnung, Elyas M'Barek gibt den liebenswerten Macho Okke.

Die Komödie kommt auf der einen Seite überaus warmherzig daher. Denn Alex und Nele merken bald jeder für sich, dass ihre Zuneigung vielleicht mehr bedeutet als eine reine Freundschaft - wollen es einander aber auf keinen Fall eingestehen.

Gegenpol zu dieser Romanze ist die Trennungsgeschichte vom liebenswürdigen Weichei Alex. Denn seine hysterische Ex-Freundin Carolin (Mavie Hörbiger) kann sich offenbar nur für testosterongeladene Prolls wirklich erwärmen und landet in Folge ihrer sportlichen Sexorgien mit ihrem Neuen gar in der Notaufnahme.

Der Humor der Nebenfiguren wird vielleicht nicht alle Zuschauer packen. Denn der Wahnwitz des Films lebt von der starken Übertreibung dieser stereotypischen Charaktere: Carolin zum Beispiel führt sich wie eine Furie auf und setzt ihrem laschen Mann mit einem potenten «Hengst» Hörner auf. So mancher erotischer Kalauer wird aufgebauscht. Carolin lässt sich beispielsweise regelmäßig in anrüchigen Posen als Model für ein Handwerksunternehmen mit dem Namen «Baumeister» auf Werbeplakaten ablichten, die mit brachialen Sprüchen punkten wollen. Zum Beispiel: «Hämmern, bohren, nageln - nur bei Baumeister». Diese Satire der übersexualisierten Werbe-Industrie zieht durch den Film.

Auf den Erfolg von «What a Man» haben Schweighöfer und sein Drehbuchautor Doron Wisotzky direkt draufgesattelt. Der Nachfolge-Hit «Schlussmacher» kam dieses Jahr auf die große Leinwand und war noch erfolgreicher: Mehr als 2,4 Kinogänger sahen ihn sich an.

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