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Fernsehen

23. Oktober 2017 | 14:26 Uhr

Medien : Uferlos!

vom

Er mampft Hamburger, hat immer eine Zippe zwischen den Lippen und guckt fast immer muffig. Der schwedische Schauspieler Rolf Lassgård hat in seiner Rolle als Kommissar Kurt Wallander das Publikum nicht gerade mit Freundlichkeit verwöhnt.

shz.de von
erstellt am 23.Sep.2013 | 00:07 Uhr

Kaum vorstellbar, dass der 58-Jährige fröhlich aus seinem offenen Saab winkend, ABBA tanzend und fast immer mit einem jungenhaft wirkenden Lachen das ZDF-Publikum zum Entzücken bringen möchte - dieser Rolf Lassgård ist neu.

«Uferlos!» heißt die ZDF-Komödie an diesem Montag (20.15 Uhr), in welcher der beleibte Schweden-Happen zum dritten Mal in seinem Leben ein filmisches Tête-à-tête mit Hannelore Hoger hat - nach dem Drama «Ellas Geheimnis» (2008) und dem Krimi «Bella Block - Das schwarze Zimmer». Dass beide professionell genug sind, auf ein Fingerschnippen hin von Krimi auf Komödie umzuschalten, beweisen sie in dem Montagsfilm, der sie in die ostdeutsche Provinz führt.

Mikkel (Lassgård) ist angereist, um das Erbe seines Vaters anzutreten, ein verfallenes Haus am Ufer eines brandenburgischen Sees im Ort Kalow. Mit der Urne unterm Arm bestaunt er das Gebiss im Glas neben dem Bett. «Ihr Vater war ein großartiger Mensch», säuselt ihm Nachbarin Marlies Gottlieb (Hoger) zu. «Mein Vater war ein egoistisches Scheißloch!», korrigiert sie Mikkel und sucht mit ihr den Weg zum Wasser - der führt jedoch durch Marlies' Garten.

Es stellt sich heraus, dass Mikkel seine Erbe verkaufen will. 200 000 Euro will er dafür haben, die Stadt bietet ihm aber nur 80 000 - Marlies ist das überhaupt nicht recht, denn ihr Garten mit dem Zugang zum See ist im Grunde unrechtmäßig annektiertes Gelände. Sie hat das ganze Dorf gegen sich, das auch an den See ran möchte, bestimmte Herrschaften haben schon Spekulationsinteressen im Sinn - Naherholungswahn mit Restaurantbetrieben gegen Marlies' individuelles Verständnis von Naturschutz.

Bald hat sie aber auch ihren neuen Nachbarn gegen sich aufgebracht. Denn der tickt wie die anderen im Dorf und schafft sich dann noch einen Kater an, der die Vogelwelt ins Ungleichgewicht stürzt. Doch auch wenn die nachbarschaftliche Beziehung gestört ist, eine gewisse gegenseitige Faszination ist dennoch spürbar. Als Marlies in Mikkels alten Familientagebüchern herumstöbert, macht sie eine überraschende Entdeckung, die die gesamten Besitzverhältnisse ad absurdum führt.

Das Drehbuch zu «Uferlos!» beruht laut ZDF auf einem authentischen Fall, nämlich dem Konflikt um den Uferweg am Babelsberger Griebnitzsee. Autorin Silke Zertz entwickelte daraus das Drehbuch. Das ZDF fragte Hauptdarstellerin Hoger während der Aufnahmen, ob sie den Streit zum Seezugang nachvollziehen könne. «Die Empörung der Leute kann ich schon verstehen», sagte Hoger. «In unserer Geschichte verhält es sich anders. Marlies glaubt, dass das Haus immer im Besitz ihrer Familie war, aber dann stellt sich ja etwas ganz anderes heraus.»

Bei Hoger und Lassgård ist noch nicht das letzte Wort gesprochen - ein weiterer Film soll her. Aller guten Dinge sind nicht immer drei.

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