Medien : Thriller «Zorn - Tod und Regen» wird blutig und nass

Misel Maticevic (M) und Axel Ranisch (l) bei den Dreharbeiten in Halle.
Foto:
Misel Maticevic (M) und Axel Ranisch (l) bei den Dreharbeiten in Halle.

Ein Toter liegt vor der Kirche. Streifenwagen schirmen den Fundort ab, Absperrband flattert im Wind. Gaffer beobachten die Spurensicherer in Schutzanzügen, der Bestatter ist auch schon da.

shz.de von
04. November 2013, 17:07 Uhr

Eine Szene, wie sie fast in jedem Krimi vorkommt. Im Thriller «Zorn - Tod und Regen» wird die Leiche vor der Marktkirche in Halle nicht die einzige bleiben, mit der sich Hauptkommissar Claudius Zorn (Misel Maticevic) und der «dicke Schröder» (Axel Ranisch) befassen müssen.

Das ungleiche Ermittler-Duo bekommt viel zu tun. «Herr Ludwig macht ja nichts unter einem Dutzend Leichen» sagt Ranisch und spielt damit auf die «Blutrünstigkeit» im gleichnamigen Roman des Autoren Stephan Ludwig an. Er ist die Vorlage für den Film, der im Herbst 2014 an einem Donnerstagabend in der ARD ausgestrahlt werden soll.

Hauptkommissar und Assistent sind zwei Typen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. «Zorn ist Mitte 40, miesepetrig und von seiner Arbeit gelangweilt», sagt Ludwig. «Schröder ist aufgedreht, witzig und der perfekte Gegenpol.» Seit 22. Oktober wird in Ludwigs Heimatstadt Halle gedreht. Am 23. November soll die letzte Klappe fallen. «Ich habe schon ein paar Minuten Rohmaterial gesehen», sagt der 48-Jährige. «Und wenn ich die beiden sehe, fühle ich mich großartig.»

Keiner der Beteiligten vor und hinter der Kamera wird müde, die Besonderheit des Films hervorzuheben. «Da ist diese große Düsterkeit», sagt Ranisch (30, «Ich fühl mich Disco»). «Aber da ist auch etwas Liebevolles. Das gefällt mir.» Schauspielkollege Maticevic («Im Angesicht des Verbrechens», «Hotte im Paradies»), Jahrgang 1970, ist dem TV-Publikum bislang vor allem als Darsteller halbseidener krimineller Figuren bekannt. Ihm gefällt der humorige Unterton, der in der Verfilmung seinen Platz gefunden hat. «Hier soll eindeutig ein anderer Weg gegangen werden», sagt er. Am Set wird viel gelacht und viel nass gemacht - den großen Regenmaschinen sei Dank.

Mit «Zorn - Tod und Regen» verschafft der federführende Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) nach dem Aus für den «Polizeiruf 110» aus Halle der Stadt wieder einen Platz auf der deutschen Krimilandkarte. Regisseur Mark Schlichter (50), unter anderem verantwortlich für mehrere «Tatort»-Folgen, lobt die Schnelligkeit, mit der das Projekt realisiert werden konnte. «Vor anderthalb Jahren habe ich mit dem Autoren über seinen Roman gesprochen», sagt Schlichter. «Ich erwartete einen Krimi unter vielen, aber es war alles ganz anders.»

Anfang des Jahres wurden sie beim MDR vorstellig, der nach Aussage von Redakteurin Stephanie Dörner von dem Thriller «elektrisiert» war. «Dieser Film durchbricht die Genregrenzen zwischen Krimi und Thriller», sagte Dörner. Produziert wird der Film vom filmkombinat Nordost im Auftrag des MDR und der ARD Degeto. Ob die beiden anderen Romane «Zorn - Wo kein Licht» und «Zorn - Vom Lieben und Sterben» ebenfalls im Fernsehen verwertet werden, ist laut MDR noch völlig offen. Man sei von konkreten Plänen noch weit entfernt.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen