Vorschau Sonntagskrimi : Tatort: Sancho Pansa dankt ab

Mario Kopper (Andreas Hoppe) will einem verzweifelten Jugendfreund helfen und findet sich im Fokus der Mafia wieder. /SWR
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Mario Kopper (Andreas Hoppe) will einem verzweifelten Jugendfreund helfen und findet sich im Fokus der Mafia wieder. /SWR

Am Sonntagabend kommt der letzte Tatort mit Kommisar Mario Kopper und es wird noch einmal spannend.

shz.de von
07. Januar 2018, 09:48 Uhr

Wenn es eine „Tatort“-Figur gibt, die noch immer in den 70ern hängt, ihren Text nach Vorschrift aufsagt und sich trotzdem voller Edelmut für seinen Partner in Stücke schneiden ließe, dann ist es Lena Odenthals getreuer Fährtenhund Kopper (Andreas Hoppe). Sein Œuvre: kalte Schnauze, Möchtegern-Italiener, stets zu große Stiefel und zu große Oldtimer. Ein Kerl eben für die Zielgruppe „weiblich, einsam, exaltiert“. Dennoch, ein gutes Haar konnte man kaum an Kopper lassen, der ja immer im Schatten von Lena stand. Und der es weder mit Rotwein noch mit seiner Gitarre schaffte, Kontur zu gewinnen. Bis heute – bei seinem letzten Auftritt. Denn Hoppe macht nun Schluss! Wird wenigstens sein Abschied nach 21 Jahren zur Offenbarung?

Klar, dass zum Finale eines „Tatort“-Kommissars dessen Vergangenheit aufgerollt wird. Gern bis zur Kindheit. Und, dass ihn diese Vergangenheit nun einholt und böse Konflikte zeitigt (Buch: Patrick Brunken).

Bei Kopper in Gestalt von Jugendfreund Sandro aus Sizilien (Michele Cuciuffo). Doch das unverhoffte Wiedersehen endet nicht in einem hübschen Grappa-Rausch, sondern in einem Albtraum. Denn als plötzlich ein Fremder mit einer Knarre vor Sandro steht, erschießt ihn Kopper in Notwehr. Und ratzfatz stecken wir in einer wüsten Mafia-Vendetta. Mit allem, was dazugehört – fiesen Gangstern, korrupten Politikern und einem Umwelt-Skandal, der ganz Ludwigshafen erschüttert.

Können Lena und Johanna Stern (Ulrike Folkerts, Lisa Bitter) Kopper aus diesem Schlamassel noch retten? Zumindest versucht Regisseur Roland Suso Richter nicht, Kopper bei seinem Abgang neu zu erfinden. Denn einmal mehr ist dieser wieder nur Spielball der anderen und wird gleichsam zufällig zum (tragischen) Helden.

So wirkt dieser Abschied zwar recht konfektioniert, aber auch anrührend. Immerhin dürfen wir Kopper, diesem Sancho Pansa des „Tatorts“, nun doch eine Träne nachweinen. Ob nun zurecht oder zu unrecht. Auf jeden Fall – Andreas Hoppe sei dank!

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