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Ballauf und Schenk : Tatort: Klick, Liebe, Mord

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Die Kölner Ermittler Ballauf und Schenk müssen sich im „Tatort“ mit Single-Börsen im Internet auseinandersetzen. Oder besser gesagt mit dem Tod einer Agentur-Chefin.

Warum Single-Börsen im Internet noch immer wuchern wie Unkraut, verrät ein Blick auf die Zahlen. Immerhin rund 200 Millionen Euro geben Deutsche im Jahr aus, um die Liebe ihres Lebens zu finden. Wenn dann eine Agentur behauptet, die Passfähigkeit zweier Menschen zu 95 Prozent ermitteln zu können, spielt sie auf dem umkämpften Markt fast ein bisschen Gott.

Oder zumindest „Päpstin“, wie im Falle von Natascha Klein (Suzan Anbeh) mit ihrer Agentur „Lovecast“, die mit vermeintlich unfehlbaren Liebes-Algorithmen noch für jeden Topf einen passenden Deckel zu finden verspricht. Stolz feiert sie jetzt bei einem Umtrunk ihren zwanzigmillionsten Online-Kunden. Doch kurz darauf, in ihrem Büro, wird Klein erschlagen. Oops, war da jemand sauer? Hatte „Lovecast“ jemanden statt ins Liebesglück etwa in die Ehe-Hölle geschickt?

Für Ballauf und Schenk (Klaus J. Behrendt, Dietmar Bär) wäre der Fall eigentlich reine Routine, wenn er nicht so heikle Fragen aufwerfen würde. Vor allem die, wie es um das eigene Liebesleben bestellt ist.

Max kann sich noch immer nicht für oder gegen Kriminalpsychologin Lydia Rosenberg entscheiden (Juliane Köhler). Und vom verheirateten Freddy kennen wir auch nur eine Liebe wirklich – die mit den vier Rädern, namens „Corvette“ oder „Buick Wildcat“. Solche Liebesflüsterer sollen nun in anderer Leute Herzen nach der Mördergrube suchen?

Richtig neu ist das nicht, was uns Maxim Leo (Buch) und André Erkau (Regie) heute auftischen. Und sicher macht uns dieser Mordfall zwischen Web-Kuppelei und Big Business auch nicht Bibbern. Aber als Vehikel, uns unsere Kripo-Lieblinge noch näher zu bringen, ihr Seelenleben und ihre Toleranz neu auszuloten, taugt er allemal.

Denn so können Max und Freddy, die sonst so wetterfesten kölschen Jungs, noch mehr von ihrer Verletzlichkeit zeigen. Erst recht mit der neuen Aushilfsassistentin Gabi im Rücken (erfrischend: Kathie Angerer), die erst ihre Nerven und dann ihr Gewissen strapaziert. So rettet sich dieser etwas moralinsaure „Tatort“ wenigstens bis ins Ziel.

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erstellt am 28.Sep.2014 | 17:08 Uhr

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