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Medien : Tatort - Freunde bis in den Tod

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Ron Klaas galt als Freak, keiner mochte ihn. Jetzt liegt der 18-jährige Schüler aus Ludwigshafen tot im Gras. Er wurde mit einem Gewehr erschossen.

Als «Tatort»-Kommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und ihr Kollege Mario Kopper (Andreas Hoppe) die Ermittlungen aufnehmen, stoßen sie schon bald auf verstörende Details. Etwa auf ein Handy-Ballerspiel, das Ron programmiert hat und das in den Fluren und Klassenzimmern seiner Schule spielt. Sie finden auch heraus, dass Ron sich vor seinem Tod Waffen besorgt und Zielschießen geübt hatte. In beiden keimt ein furchtbarer Verdacht: Hat Ron einen Amoklauf geplant? Und wurde er deshalb getötet?

Der ARD-Krimi mit dem Titel «Freunde bis in den Tod» an diesem Sonntag (20.15 Uhr) spielt mit den weit verbreiteten Vorurteilen über jugendliche Amokläufer. Denn Ron ist sozusagen der Prototyp eines solchen Täters: arrogant, unnahbar, hochintelligent, computerbesessen, er hat ein Faible für Ballerspiele und programmiert sie sogar. Doch hätte er die Tat wirklich begangen? Weder Rons Eltern noch seine Lehrer und Mitschüler können das glauben. Und selbst Lena Odenthal kommen Zweifel. «Wäre Ron nicht erschossen worden, keiner wäre auf die Idee gekommen, dass dieser Junge einen Amoklauf planen könnte. Keiner», meint sie.

Bei den Ermittlungen sind Rons Schulkameraden nicht gerade hilfreich. Sein bester Freund Manu (Joel Basman) reagiert wortkarg und verschlossen auf die Fragen der Kommissare. Rons Mitschülerin Julia (Leonie Benesch) behauptet, ihn kaum zu kennen. «Er war ein beschissen-arroganter Freak und das hab ich ihm auch gesagt», sagt Julia. Und damit hat sie nicht ganz unrecht. Ron hat nicht nur sie, sondern auch seinen Vertrauenslehrer Haller (Anian Zollner) mit kompromittierenden Videos erpresst, die er heimlich gefilmt hat.

Julia und Haller sind nicht die einzigen mit einem Mordmotiv, doch welches Motiv hatte Ron für seine Amok-Pläne? Selbst Lena Odenthal ist zunehmend fassungslos. «Du spielst mit deinem Kumpel Fußball, schlägst ihn nach einem Tor ab, jubelst mit ihm und die ganze Zeit weißt du: In ein paar Tagen erschieß ich dich», sagt sie zu Kopper. «Wie geht das? Was geht denn in so 'nem Kopf vor?»

Was geht in einem potenziellen Amokläufer vor, während er seine Tat plant? Wer ist so verantwortungslos und verkauft einem Schüler illegal ein Gewehr samt Munition? Und warum bekommen Eltern, Lehrer und Mitschüler nichts vom Unwetter mit, das sich über ihren Köpfen zusammenbraut? Der «Tatort» stellt viele kluge Fragen, beantwortet jedoch längst nicht alle. Das ist nicht unbedingt eine Schwäche des Films - die Spannung jedenfalls bleibt bis zum Schluss erhalten.

ARD-«Tatort»

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erstellt am 06.Okt.2013 | 00:07 Uhr

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