„Tatort – Schlangengrube“ : „Tatort“: Elefant, Tiger und Mord

Ein Pinguin in der Rechtsmedizin – mit Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl, links) und Professor Boerne (Jan Josef Liefers).

Ein Pinguin in der Rechtsmedizin – mit Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl, links) und Professor Boerne (Jan Josef Liefers).

Im aktuellen „Tatort“ ermitteln Thiel und Boerne quasi in „eigener Sache“ – es geht in den Zoo.

shz.de von
27. Mai 2018, 10:54 Uhr

Klar, es geht einfach so weiter – mit der Blödelei, mit dem Jahrmarkt der Eitelkeiten und überhaupt mit dem kompletten „Tatort“-Zirkus aus Münster. Text und Gags für alle! Zur Abwechslung darf diesmal Staatsanwaltsröhre Wilhelmine Klemm den Auftakt geben (Mechthild Großmann). Wird doch ihre Nachbarin, Patrizia Merkens (Lilia Lehner), gerade dann abgemurkst, als Frau Klemm vor der Haustür telefoniert – wegen Merkens und ihrer blöden Katzenviecher, die Treppen und Wohnungen vollpieseln.

So ermitteln Thiel und Boerne quasi in „eigener Sache“ (Axel Prahl, Jan Josef Liefers). Das heißt, um jeglichen Mordverdacht von der Staatsanwältin zu weisen. Und um den Betriebsfrieden zu retten. Denn Frau Klemms Röhre schraubt sich nicht etwa wegen der toten Nachbarin in die Höhe, sondern wegen ihrer Widersacherin im Amt, Staatsanwältin Ungewitter (Tessa Mittelstaedt), die bei dem Mord ihre Chance wittert, eine Konkurrentin abzuservieren. Aber ach, die Spuren führen in den nahen Zoo, wo Tierfreundin Merkens öfter zugange war, bevor sie sterben musste. Also mischt sich Thiel unters Wärtervolk, Kollegin Krusenstern sammelt Hintergründe (Friederike Kempter), „Alberich“ toxikologische Beweise (ChrisTine Urspruch), während Boerne nebenbei für eine TV-Show kocht und Thiels Kiffer-Daddy (Claus D. Clausnitzer) alle überallhin kutscht.

Alles wie immer! Jeder an seinem Platz!  Für Jan Hinter (Buch) und Samira Radsi (Regie) bestand die Herausforderung wieder nur darin, das Großensemble bei Laune und auf Kurs zu halten. Das gelingt prima, na klar haben wir unseren Spaß.  Doch die Exzentrik um der Exzentrik willen kann auch nerven. Denn erneut erleben wir nur eine Variante des Münsteraner Dreamteams. Nichts Neues, nichts Aufregendes! So geht eigentlich Vorabendserie.

Immer akuter wird also die Frage: „Never change a winning team“ oder „Alles auf Anfang!“?  Wie wär’s mit beidem? Mit einem Reset des „Tatort“-Teams? Weniger Staffage, mehr Substanz?

„Tatort – Schlangengrube“, Sonntag, 20.15 Uhr, ARD

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