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ARD-Krimi : „Tatort“ 2014: Blutig wie nie

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Über 20 Ermittlerteams: Deutschlands beliebteste Krimi-Reihe expandiert. 2014 wird es noch mehr Tote geben - an einem Sonntag sind es sogar 47.

Auch in diesem Jahr wird es wieder mindestens 35 neue „Tatorte“ geben, am ersten Sonntag des Jahres ließen sogar zwei neue Episoden das Wochenende ausklingen. Schon jetzt lässt sich eine Prognose treffen: Die 52 Sonntage des Jahres werden wohl die blutigsten in der „Tatort“-Geschichte. Eine Statistik wird von der ARD zwar nicht erhoben, aber Dr. Lars Jacob vom Pressedienst des Senders kann sich nicht erinnern, dass es jemals eine solche Tötungsflut beim Sonntagskrimi-Klassiker gegeben hat, wie sie die Fans 2014 erwartet.

Den „Tatort“ mit den meisten Leichen verbuchte im vergangenen Jahr Kommissar Tschiller alias Til Schweiger, der am 9. März wieder ein „Hollywood an der Elbe“ zelebrieren wird. Drogenkrieg, Mafia und Tschiller auf der Todesliste: Dem neuen Streifen mit dem Titel „Kopfgeld“ wird es an tödlichen Schießereien, Verfolgungsjagden und flotten Sprüchen nicht mangeln. Sieben Personen kamen bei Schweigers Einstand ums Leben - 2014 werden es sogar noch mehr sein, wie der 50-jährige Schauspieler der „Bild“ verriet.

73 Tote hat es 2013 beim „Tatort“ insgesamt gegeben - das haben die Fans von „Tatort-Fundus.de“ ermittelt. Wenn am 25. Mai der vierte Einsatz von Kommissar Murot alias Ulrich Tukur auf Sendung geht, dürfte dieser Wert für 2014 bereits überboten sein. Der Grund dafür heißt „Butterfly – im Schmerz geboren“ – ein Rache-Drama, das am Ende in bester Tarantino-Tradition beinahe keinen Akteur mehr am Leben lässt. Satte 47 Todesopfer wird es laut Hessischem Rundfunk allein in dieser Episode geben – ein Rekordwert, der erstaunlicherweise verhältnismäßig unblutig zustande kommen soll. „Es wird ein philosophischer Kriminalfilm“, sagte der Hauptdarsteller dem „Merkur“.

Auffällig ist das Bemühen der Tatort-Macher, die Profile der einzelnen Ausgaben zu schärfen und die Grenzen des Genres neu auszuloten. Klamaukige, actionreiche und wirre Krimis sollen dem Krimi-Klassiker trotz der Schwemme mit inzwischen mehr als 20 Teams die ewig junge Spannung erhalten. Grenzüberschreitungen und Eskalationen sind so vorprogrammiert.

So musste die Folge „Franziska“ aus Köln, die am Sonntag um 22 Uhr ausgestrahlt wird, wegen des „Gesamtbedrohungspotenzials“ für Jugendliche auf die späte Stunde verlegt werden. Zum ersten Mal in 43 Jahren schob der Jugendschutz dem Tatort einen Riegel vor. „Es ist nicht so, dass der Film nun besonders blutrünstig wäre, gar nicht“, sagt der WDR-Fernsehspielchef Gebhard Henke. „Aber es ist ein besonderer Fall, denn er geht nicht gut aus. Das Problem ist das Gesamtbedrohungspotenzial, das über längere Zeit andauert.“  Ein düsterer, auswegloser Psychotriller wartete auf die Zuschauer, der sie in einem noch nie dagewesenen Zustand der Verzweiflung zurückließ.

In Kiel zählt wie meist die Innenwelt der Akteure, wenngleich es an Toten wahrlich nicht mangelt. In Dortmund wütet der gedemütigte Rüpel Kommissar Faber von der inneren Wut getrieben durch die Wehen seiner eigenen Psyche. Wobei in Münster und neuerdings auch in Weimar gelacht werden darf. Doch Vorsicht: Das beliebte Duo aus Münster – bestehend aus Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl) und Rechtsmediziner Professor Dr. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) – ermittelt im Sommer zum 25. Mal. Das quotenstärkste Tatort-Duo jagt einen skrupellosen, wiederkehrenden Hammermörder im Superheldenkostüm. Dr. Boerne wird so manchen Toten zu obduzieren haben.

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erstellt am 06.Jan.2014 | 06:30 Uhr

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