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Fernsehen

17. August 2017 | 19:55 Uhr

Medien : Stuckrad-Barre

vom

Manche sehen ihnen als Ausnahmetalent, manche als Enfant terrible und manche werfen ihm auch Selbstverliebtheit vor: Benjamin von Stuckrad-Barre hat es als Talkmaster besonders Politikern oft nicht einfach gemacht.

Seine Sendungen auf ZDFneo und Tele 5 waren mit schöner Regelmäßigkeit für kleine Skandale gut. Einmal lud der 38-Jährige den populistischen Buchautor Thilo Sarrazin («Deutschland schafft sich ab») ein. Ein anderes Mal durfte der FDP-Fraktionsvize im Bundestag, Martin Lindner, vor der Kamera testweise an einem Joint ziehen. Man darf also gespannt sein, was er in seinen Sendungen mit Politikern vor der Bundestagswahl plant.

Tele 5 zeigt die Show «Stuckrad-Barre» vom 22. August an immer donnerstags um 23.15 Uhr. Vom 16. September bis 20. September läuft sie täglich ab 23.00 Uhr. «Wir werden in der Woche vor der Wahl jeden Tag eine Sendung machen, bis wir nicht mehr können. Bis niemand mehr kann. Durch einen so hysterisierten Countdown kommt Schwung in die Sache», sagt Stuckrad-Barre im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Zu Gast sein werden etwa CSU-Familienpolitikerin Dorothee Bär, Piratenpolitikerin Katharina Nocun, der Grünen-Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele, der Linkenpolitiker Dietmar Bartsch und die frühere Ministerpräsidentin Schleswig-Holsteins, Heide Simonis (SPD).

Erster Gast ist Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD). «Der war schon mal da und es war großartig», erinnert sich der Talkmaster. «Er hat damals eine ärztliche Untersuchung an mir vorgenommen.» Der Produzent und Stuckrad-Barre-Kumpel Christian Ulmen (37) lobt, wie giftig der Popliterat auf die Worthülsen von Politikern reagiert: «Benjamin langweilt sich wahnsinnig schnell, und er hasst es, wenn Leute immer dasselbe sagen. Außerdem hat er eine ausgeprägte Floskelallergie. Das sind ideale Voraussetzungen für eine unterhaltsame Politiksendung.»

Stuckrad-Barre hat Erfahrungen mit Parteien gemacht, mit denen er nach eigenen Worten nicht gerechnet hatte: «Die Grünen haben erschreckend wenig Humor. Schade eigentlich, das war doch mal anders geplant gewesen.» Nicht die einzige Überraschung für ihn: «Ältere Herren von der CSU sind bei uns häufig besonders lustig gewesen.»

Der Schriftsteller («Soloalbum») zieht ganz persönlichen Nutzen aus den Gesprächen vor der Kamera, wie er sagt. «Mein ganz privates Anliegen ist es, mich der Entscheidung anzunähern, wen ich jetzt eigentlich wählen soll. Das war mir bei keiner anderen Bundestagswahl so unklar wie diesmal. An neun Abenden Vertreter aller relevanten Parteien zu treffen, mit ihnen zu plaudern und zu spielen, ist eine gute Möglichkeit herauszufinden, wer wählbar ist - und wer keinesfalls. Ich tue das stellvertretend für unsere Zuschauer. Und hinterher wählen wir dann alle dasselbe, und die Wahl wird also in unserer Show entschieden. Wir sind ein Swing-State.»

Wie es ausschaut, endet Stuckrad-Barres Gastspiel bei Tele 5 aber bald. «In der letzten Woche vor der Wahl geben wir noch mal alles, mit fünf Sendungen auf Tele 5 [...]. Nächstes Jahr machen wir was völlig anderes, bei einem anderen Sender», sagt Ulmen in einem «Tagesspiegel»-Interview und bestätigt ebenso wie der rbb Gespräche über einen möglichen Senderwechsel. «Wir sind in Gesprächen, stehen aber noch ganz am Anfang», sagt dazu ein rbb-Sprecher.

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erstellt am 22.Aug.2013 | 00:07 Uhr

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