zur Navigation springen

Stuttgarter Tatort „Im gelobten Land“ : Sonntag im „Tatort“: Traurige Zustandsbeschreibung unseres Rechtsstaates

vom

Beim Tatort aus Stuttgart wird das aktuelle Thema der Flüchtlingskrise aufgegriffen und der deutsche Rechtsstaat auf den Prüfstand gestellt.

Angesichts der Hilflosigkeit der Polizei in der Flüchtlingskrise erklärte kürzlich ein Anwalt bei „Hart aber fair“: „Der Rechtsstaat kostet eben seinen Preis.“ Soll heißen: Ob kriminelle Zuwanderer, illegale Grenzübertritte oder Menschenschmuggel – der Polizei sind oft die Hände gebunden.

Heute Abend läuft der dazugehörige Lehrfilm, ein „Tatort“, der die Zwickmühle offenbart, in der sich die Beamten vielerorts befinden. In unserem Fall die Stuttgarter Lannert und Bootz (Richy Müller, Felix Klare), die bei einer groß angelegten Aktion gegen Drogenboss Milan Kostic (Sascha Alexander Geršak) eine grausige Entdeckung machen.

Denn statt der Drogen finden sie in einem LKW 23 Leichen. Flüchtlinge aus aller Welt, die in ihrem Versteck erstickt sind. Sofort verfolgt Lannert Kostic gegen alle Regeln auf eigene Faust. Bis in ein Flüchtlingsheim, wo er kurzerhand von Kostic und seiner Schwester (Edita Malovcic) gekidnapped wird. Kann ihn Bootz da noch raushauen?

Christian Jeltsch (Buch) lotet in seiner Geschichte sehr schmerzhaft die Grenze zwischen Verantwortung und Gewissen aus. Auf beiden Seiten. Denn Schleuser wie Kostic sehen sich durchaus auch als Helfer für Menschen in Not, während die Cops sich wegen der Rechtslage immer da zurückhalten, wo sie eigentlich zuschlagen, ja, schießen müssten.

Züli Aladag (Regie) inszeniert dieses Patt mit eindringlichen Bildern. Lannert gegen Kostic – Faust gegen Faust, Knarre gegen Knarre. Was Lannert betrifft, ein einziges Dilemma zwischen Wollen und Dürfen.

So gerät dieser „Tatort“ in einen absurden Schwebezustand und wird eher von den äußeren Ereignissen gesteuert als von den Protagonisten. Ein böses Kammerspiel von Ohnmacht und Gewalt. Und eine traurige Zustandsbeschreibung unseres Rechtsstaates.

Das ist sehenswert, aber hilft es uns weiter? Zielt dieser „Tatort“ etwa auf eine „Lex Profugorum“, die Außerkraftsetzung geltenden Rechts bei der Bekämpfung der Flüchtlingskriminalität?

zur Startseite

von
erstellt am 21.Feb.2016 | 15:56 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen