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Batic in München : Sonntag im „Tatort“: Mord im Namen der Liebe

vom
Aus der Onlineredaktion

Der einzige neue ARD-Tatort im Mai widmet sich dem nimmersatten Thema Liebe und Verhängnis. Leider fehlten die Anschlüsse zur letzten Folge.

shz.de von
erstellt am 21.Mai.2017 | 10:18 Uhr

Gefühlt sind unsere Münchner „Tatort“-Spezis ja alle 14 Tage dran. Aber das ist eben nur ein Gefühl, da Batic und Leitmayr (Miroslav Nemec, Udo Wachtveitl) offenbar immer besser werden, je älter sie sind, und ihre Fälle uns intensiver berühren und länger beschäftigen als früher.

Das liegt zuallererst an dem gepflegten Existenzialismus, den die Silberlocken immer öfter zelebrieren. An jenen Fällen, wo es ums Ganze geht, mindestens um Leben und Tod oder um die ewige Freundschaft der beiden. Wie zuletzt in der Doppelfolge „Die Wahrheit“ und „Der Tod ist unser ganzes Leben“. Grenzerfahrungen für die Kripo-Dinos, wie für uns Zuschauer.

Blöd wird es nur, wenn dann eine Allerweltsgeschichte dazwischen kommt, und die Anschlüsse nicht funktionieren. Wie heute Abend, wo wir mit ansehen müssen, wie sich Batic nackt auf einer illustren Dame in dem Glauben abmüht, die große Liebe gefunden zu haben. Dabei liebte er vor drei Wochen noch die arme Ayumi Schröder (Luka Omoto), deren Mann bekanntlich auf offener Straße abgestochen wurde. Aber sei’s drum. Heute geht es nunmal um die Liebe, da muss auch ein Kommissar mal Hintern zeigen. Genauer: Um einen aparten Architekten (Martin Feifel) und seine vielen Geliebten, die ihm allerdings eine nach der anderen auf rätselhafte Weise wegsterben.

So haben wir unseren Spaß nicht nur an dem Schauspiel, wer’s mit wem und wie oft getrieben hat (als Betthäschen unter anderem Juliane Köhler, Anna Schäfer, Anastasia Papadopoulou, Viola Wedekind), sondern welch zerstörerische Kraft der Liebe innewohnt. Der wahren und der verschmähten.

Eine hübsche Adaption einer uralten und nimmersatten Story. Kaum mehr als eine Fingerübung für Katrin Bühlig (Buch) und Rainer Kaufmann (Regie). Aber eine, die es dennoch in sich hat. Zwischen Einsamkeit und Geborgenheit, Potenzwahn und Mitleid, Liebe und Hass. Schade, dass es diesmal nicht schon in 14 Tagen weitergeht.

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