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ARD-Sonntagskrimi : Sonntag im „Tatort“: Mord-Geplätscher im Frankenland

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Im Franken-„Tatort“ treffen drei Geschichten aufeinander: Eine fehlerhafte Knochensammlung, eine Familientragödie und ein vermisster Sohn.

shz.de von
erstellt am 22.Mai.2016 | 10:39 Uhr

Viel Personal, viele Erzählstränge – eine Filmidee? Zumindest geben uns Beate Langmaack (Buch) und Andreas Senn (Regie) beim zweiten Franken-„Tatort“ erneut eine Menge Futter für die Sinne. Um genau zu sein: drei Geschichten, -zig Verdächtige und ein unübersehbares Polizeirudel. Mal mit, mal ohne Hund.

In der Knochensammlung des Anatomischen Instituts der Uni Würzburg entdeckt ein junger Doktorand einen Schädel, der nicht zum restlichen Skelett passt, mit dem er einsortiert wurde. Der Schädel ist deutlich jünger. Soll hier ein Verbrechen vertuscht werden?

Ganz geheuer ist der Institutschefin (Sibylle Canonica) der Fall jedenfalls nicht, so dass sie sich an ihren Verehrer Dr. Kaiser wendet, den Nürnberger Polizeipräsidenten (Stefan Merki). Und obwohl Paula Ringelhahn und Felix Voss (Dagmar Manzel, Fabian Hinrichs) mit ihrem Team bereits in einer Familientragödie ermitteln, bei der ein Mann seine Ehefrau erwürgt hat, beordert Kaiser die Truppe nach Würzburg in die Leichenhallen. Natürlich inkognito, das Institut hat schließlich einen Ruf zu verlieren.

Obendrein kommt den Beamten noch Oma Eichbaum quer (Tessi Tellmann), die ihren vermissten Sohn sucht, aber von der Polizei abgewiesen wird. Worauf sie kurzerhand direkt vor dem Präsidium ihr Zelt aufschlägt und protestiert.

Was für nette Geschichten. Irgendwie sollen sie wohl das wahre Leben spiegeln, in dem ja auch alles kreuz und quer geht. Wer kann sich seine Jobs schon aussuchen? Oder seine Probleme?

Aber irgendwann geht uns Zuschauern womöglich die Übersicht verloren, wirkt der ständige Szenen-, Personen- und Motivwechsel ermüdend. Vom roten Faden keine Spur.

Selbst wenn die Manzel – huch, plötzlich verdammt alt geworden – wieder eine klasse Performance hinlegt und Hinrichs in seiner linkischen Art zumindest Sympathiepunkte hamstert – diesen Plätscher-Krimi retten können sie nicht. Nun, auch wir haben das Recht, uns zu sorgen – um den Franken-„Tatort“. Und überhaupt.

„Tatort – Das Recht, sich zu sorgen“, 20.15 Uhr, ARD.

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