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ARD-Sonntagskrimi : Sonntag im „Tatort“: Die Hoffnung ist zurück in „LU“

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Das aufgesetzte Gezicke ist vorbei: Ludwigshafen streitet endlich wieder in der Sache. So hat der Krimi-Klassiker noch mal die Kurve gekriegt.

shz.de von
erstellt am 14.Feb.2016 | 10:40 Uhr

Überraschung! Dieser Lena-Odenthal-„Tatort“ heute ist eine Wucht. Nichts zu sehen von den gewohnt bleiernen Bildern und behäbigen Figuren. Heute geht’s endlich mal wieder zur Sache, treiben Jürgen Werner (Buch) und Roland Suso Richter (Regie) das Ludwigshafener Kripo-Team zu neuen (alten?) Höhen. Wenn auch mit einem kleinen Schönheitsfehler.

Anlass ist der brutale Mord an Bodybuilder Tarim Kosic, der in einem Parkhaus von einem Auto zu Tode gerammt wird. Aber Kosic ist kein Unbekannter. Seine DNA überführt ihn als Täter in einem Vergewaltigungsfall, bei dem die junge Tänzerin Marie Rainders so schwer verletzt wurde, dass sie seitdem im Koma liegt.

 

Nicht nur Birte Rainders (Sandra Nedeleff) wacht tapfer am Bett ihrer Tochter, sondern auch Maries beste Freundin Evelyn (Lilli Fichtner). Ja, sogar Gangsta-Rapper Yago Torres (Matthias Weidenhöfer), den Marie offenbar liebte. Hatte einer der drei Kosic aus Rache umgenietet?

Genau darüber fetzen sich Lena, Kopper und Jung-Profilerin Johanna Stern prächtig (Ulrike Folkerts, Andreas Hoppe, Lisa Bitter). Und diesmal in Echt – ohne Gezicke, ohne Moralpredigten, sondern aus purer Leidenschaft für ihre Ansichten. Denn für Lena liegt der Schlüssel zum Mordfall in Maries Vergewaltigung, Kopper und Stern dagegen glauben an krumme Deals mit Steroiden im Bodybuilder-Milieu. Wer hat Recht?

Regisseur Richter schafft diesmal, woran Kollege Oetzmann zuletzt scheiterte („LU“ mit Jürgen Vogel): eine kluge Geschichte mit blutvollen Figuren und authentischen Dialogen zum Leben zu erwecken. Das gilt sogar für die im Koma liegende Marie, die Richter mittels Handyfilmchen – gewissermaßen als zweite Bildebene – ins Leben zurückholt. Ganz zu schweigen vom Soundtrack mit Bon Ivers „Holocene“, der zu Tränen rührt. Klasse!

Und der Schönheitsfehler? Tja, wer nur ein bisschen von Mimik und Augensprache versteht, der weiß von Anfang an, wer der Mörder ist. Sei’s drum – die Hoffnung für den „Tatort“ Ludwigshafen ist zurück!

„Tatort – Du gehörst mir“:
Sonntag, 14. Februar, 20.15 Uhr in der ARD.

 

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