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Sender von Red-Bull-Eigentümer : „Servus TV“ stellt Betrieb ein – „wirtschaftlich untragbar“

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In Österreich wird spekuliert, ob die Gründung eines Betriebsrates zum Aus für den Spartensender geführt hat.

shz.de von
erstellt am 03.Mai.2016 | 13:38 Uhr

Salzburg | Eishockey-Fans und Doku-Liebhaber müssen jetzt stark sein: Der vom Red-Bull-Eigentümer Dietrich Mateschitz (71) gegründete Fernsehsender „Servus TV“ stellt seinen Betrieb ein. Der Kanal mit Sitz in Salzburg sei für das Unternehmen wirtschaftlich untragbar geworden, hieß es am Dienstag in einer kurzen Pressemitteilung. „Obwohl wir Jahr für Jahr einen nahezu dreistelligen Millionenbetrag in Servus TV investiert haben, lässt sieben Jahre nach Einführung die aktuelle Markt- und Wettbewerbssituation keine wirklich positive Entwicklung erwarten“, so die Begründung. Über 260 Mitarbeiter verlieren ihren Job.

Aufwendige und kostspielige Wissenschafts- und Naturdokumentationen und die Übertragungen der Partien der Deutschen Eishockey Liga (DEL), moderiert von Holger Speckhahn, machten den Spartensender für viele Fernsehzuschauer attraktiv.

Österreichische Medien berichteten, dass der wahre Grund für das unerwartete Aus die gewünschte Gründung eines Betriebsrats der Angestellten gewesen sein soll. Mateschitz solle das laut Informationen des „Kuriers“ und der „Salzburger Nachrichten“ verärgert haben. Der Betrieb soll zunächst weiter laufen. Wann die letzte Sendung über den Fernsehschirm flimmert, war vorerst nicht bekannt.

Der Sender ist 2009 gegründet worden und ging aus dem Vorgängerkanal „SalzburgTV“ hervor. Auch in Deutschland waren die Programme zu sehen. Die Zuständigen legten großen Wert auf den Alpenraum. Ziel von Mateschitz soll es gewesen sein, einen Sender mit hohem qualitativen Anspruch ohne Quotendruck wachsen zu lassen. So blieb das Programm aber bis heute fast unter der Wahrnehmungsgrenze, was die Zuschauerzahlen anging.

Für seine Diskussionsrunden im „Hangar 7“, dem futuristischem Gebäude nahe dem Salzburger Flughafen inmitten historischer Flugzeuge, Helikopter und Formel-1-Rennwagen, kaufte sich Mateschitz auch deutsche Verstärkung ein. Die einstige „Polylux“-Gründerin Tita von Hardenberg führte die Diskussionsrunden einst ebenso wie Literaturkritiker Hellmuth Karasek oder der ehemalige Moderator des ZDF-„heute-journals“, Ruprecht Eser. Schauspieler Thomas Ohrner („Timm Thaler“) war bis vor rund einem Jahr im Morgenmagazin zu sehen. Alexander Mazza präsentierte ein wöchentliches Magazin mit außergewöhnlichen Athleten und Künstlern.

Vielen bekannten Namen aus Medien, Kultur und Schauspiel gab der medienscheue Milliardär Mateschitz eigene Sendungen oder Formate. Schauspieler Harald Krassnitzer begab sich etwa mit „In Vino Veritas“ auf die Spuren des Weines.

Erst vor drei Wochen gab es intern große Personalrochaden, um den Sender neu aufzustellen. „Die Veränderungen am globalen Medienmarkt bestärken uns in dieser Entscheidung, weil digitale Angebote die klassischen, linearen Programme verdrängen“, erklärt der Sender seinen Misserfolg. Das Printmagazin „Servus in Stadt und Land“ soll von der Maßnahme nicht betroffen sein.

Der gebürtige Steirer Mateschitz schuf mit „Red Bull“ ein weltweites Getränkeimperium. Die Koffeinbrause ist in mehr als 160 Ländern erhältlich und gilt als wertvollste Marke Österreichs. Red Bull ist bekannt für geschickte Marketing-Aktionen und dem Sponsoring von unzähligen Sportarten. Neben Fußballvereinen besitzt Mateschitz auch ein erfolgreiches Formel-1-Team.

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