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Fernsehen

20. August 2017 | 16:13 Uhr

Medien : Schulz in the Box

vom

Er wird bald 40, hat eine gewisse Karriere hinter sich, aber der große Ritterschlag fehlte bisher: Oliver Marc («Olli») Schulz, Komiker, Songwriter, Sänger und Gitarrist mit Provenienz Hamburg und Wohnort Berlin, hat jetzt eine eigene Sendung bei ProSieben.

Warum auch nicht, denn als Säufer Charles Schulzkowski, Sidekick beim Moderationsduo Joko & Klaas in der Show «Circus Halligalli», hat sich der schräge Individualist schon einen Fankreis aufgebaut, der «Circus Halligalli» ohne Schulz für völlig überflüssig hält.

Diese Bastion im Rücken hat ProSieben dazu animiert, Schulz oder Schulzkowski an diesem Montag (22.10 Uhr) eine Ausgabe von «Schulz in the Box» mit 45 Minuten brutto Länge zu gewähren. Das Prinzip ist ganz einfach: Olli lässt sich in eine Holzkiste stecken, die wird einfach abtransportiert, irgendwo aufgemacht, und der Komiker muss sein ganzes Improvisationstalent aufbringen, um sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden. «Er bringt eine Form von intelligentem Wahnsinn mit, die uns guttut», sagte ProSieben-Geschäftsführer Wolfgang Link in einem Interview mit der «Frankfurter Allgemeinen».

Die erste und vielleicht nicht einzige Sendung führt Schulz, der von Haus aus Musiker ist und schon etliche Alben veröffentlicht hat, in Berlin zur Gruppe der nackten Umweltaktivisten von «Fuck the Forest» nach Berlin. Der Entertainer will sich der Kommune, die Pornos zur Rettung der Welt dreht, anpassen, fühlt sich aber nicht wohl in seiner Haut, verrät sein Sender vor der Ausstrahlung: «Ich war nie der coole Typ - und habe eine Figur wie ein Sack Schrauben, wird Schulz zitiert. «Ich sehe aus wie eine Transe, die keinen Job mehr gekriegt hat. Ich traue mich noch nicht, meinen Penis zu zeigen.»

Auf seiner Homepage kündigt der Künstler an: «Am 26.8 läuft meine kleine Sendung "Schulz in the Box" um 22.15 Uhr auf ProSieben. In der Sendung hinterfrage ich mein Leben und versuche herauszufinden, was ich in den letzten 39 (Jahren) so alles verpasst habe. Vielleicht schlummert ja ein genialer Trickbetrüger in mir oder ein brillanter Tischler. Ich glaube, es wird ganz gut.» Über eine Fortsetzung wird der Münchner Privatsender nach der Ausstrahlung auf der Grundlage der Einschaltquoten beraten. Eine Woche später übernimmt «Circus Halligalli» wieder den Sendeplatz - auch mit Schulz(kowski).

Der Entertainer, der mit dem Kollegen Jan Böhmermann sonntags auf radioeins in der Sendung «Sanft & Sorgfältig» zwei Stunden lang über Gott und die Welt plaudert, hat schon einmal den Einstieg ins Pantoffelkino mit einer eigenen Show versucht. Im Jahr 2008 zeichnete der NDR mit Schulz eine Late-Night-Show auf. «Als ich zu der Aufzeichnung kam, sprach keiner mit mir, niemand hat mir die Hand geschüttelt, alle waren genervt», sagte Schulz «Zeit Online». «Irgendwann hörte ich, wie ein Kameramann zu einem anderen sagte: "Das soll unser neuer Entertainer sein? Weißt du was? Freddy Quinn - das war noch ein Entertainer."» Die Sendung wurde ausgestrahlt, nie wieder habe er was vom NDR gehört, so Schulz.

Am 15. Oktober wird Olli Schulz, mittlerweile Vater einer kleinen Tochter, 40 Jahre alt. «Ich hasse es, meinen Geburtstag zu feiern und bin die letzten 20 Jahre auch gut drumherum gekommen», schreibt er auf seiner Homepage. «Jetzt werde ich 40 und da muss ich wohl mal was machen.» In seinen Heimatstädten Berlin und Hamburg werde er Konzerte machen. Vielleicht wird für die Musik künftig etwas weniger Zeit übrig bleiben, wenn ProSieben den Schulz als Boxen-Luder in Serie gehen lässt.

Homepage Schulz

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erstellt am 26.Aug.2013 | 00:07 Uhr

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