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Medienbericht über Einsätze bei ARD und ZDF : Salär für Fußball-Experten: Scholl und Kahn wehren sich gegen Millionen-Gerüchte

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Einem Bericht zufolge verpulvern ARD und ZDF während der EM die Gebühren der Zuschauer. Die ARD weist die Vorwürfe zurück.

shz.de von
erstellt am 29.Jun.2016 | 17:38 Uhr

Für ein bisschen Fachwissen und ein paar markige Sprüchen erhalten die Ex-Fußballer Mehmet Scholl und Oliver Kahn in ihren Rollen als Fußball-Experten in der ARD und im ZDF angeblich hohe Honorare. Das berichtet das Magazin „Kress Pro“. Demnach bekommen Scholl und Kahn pro Einsatztag bis zu 50.000 Euro. Ein Jahresgehalt für einen erfahrenen Redakteur beim Fernsehen.

„Die von EINEM offenbar bösartigen Journalisten in Umlauf gebrachte angebliche Höhe meines Honorars ist von der Realität genauso weit entfernt wie die Engländer von einem EM-Titel, nämlich meilenweit“, teilte Scholl am Dienstag mit.

Auch die ARD dementiert, dass ihr Fußball-Experte Scholl so viel verdient - und zeigte sich ausgesprochen verärgert. Insgesamt soll Scholl im EM-Jahr 1,6 Millionen Euro erhalten. „Es gleicht beinahe schon vorsätzlicher Bösartigkeit, welche Zahlen auch hier im Zusammenhang mit dem Expertenvertrag von Mehmet Scholl geschrieben und vervielfältigt werden“, erklärte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky am Dienstag zu den kursierenden Gerüchten. Genaue Zahlen nannte er jedoch auch nicht. „Generell werden wir uns zu vertraglichen Inhalten unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht äußern. Nur so viel, auch diese derzeit im Raum stehenden Summen entsprechen nicht annähernd der Realität und entbehren jedweder Grundlage“, ergänzte Balkausky.

 

Der frühere Nationalkeeper Oliver Kahn, der als ZDF-Experte über die EM berichtet, soll nach Informationen des Branchendienstes ein ähnlich hohes Honorar wie Scholl kassieren. Auch Kahn dementierte umgehend. „Hierbei handelt es sich um eine eklatante Falschmeldung, die jeglicher Grundlage entbehrt. Kress.de verbreitet eine Fehlinformation, die bewusst Neid und Missgunst in der Öffentlichkeit in Kauf nimmt und den Zuschauern die Freude an der Berichterstattung vermiesen soll“, teilte Kahn am Dienstag auf seiner Facebook-Seite mit. Der frühere Nationalkeeper behält sich genauso wie die Sender rechtliche Schritte vor.

„Die Zusammenarbeit mit Oliver Kahn basiert auf einer Pauschalvereinbarung über zwei Jahre. Die genannten Zahlen entbehren jeglicher Grundlage“, teilte ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz mit. „Es gleicht beinahe schon vorsätzlicher Bösartigkeit, welche Zahlen auch hier im Zusammenhang mit dem Expertenvertrag von Mehmet Scholl geschrieben und vervielfältigt werden“, beklagte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky.

Auch Robert Niemann, für die Vermarktung von Oliver Kahn zuständig, schaltete sich in die Diskussion ein. „Die Zahlen sind für uns nicht nachvollziehbar“, sagte er der „Huffington Post“. Grundsätzlich gebe es keine Auskünfte über Vertragsinhalte, doch bekannt sei ja, dass Kahn einen mehrjährigen Vertrag mit dem Sender habe. „Und da wird nichts mit irgendwelchen Tageshonoraren abgerechnet“, sagte Niemann.

Der Chefredakteur von „kress pro“, Markus Wiegand, verwies darauf, dass die beiden früheren Bayern-Profis nicht von einem privaten TV-Sender bezahlt werden. „Solange Scholl und Kahn aber durch Gebührengelder honoriert werden, ist es ein Skandal. Die überragende Mehrheit der Zuschauer würde solche Summen niemals billigen, wenn sie davon wüsste“, schrieb er im Editorial des Magazins.

Bei Privatsendern bekommen Ex-Profis als Experten, zum Beispiel Olaf Thon oder Andreas Möller, rund 1500 bis 2000 Euro pro Auftritt. Generelle Aussagen zu Honoraren seien schwer, weil die Interesselagen der Kicker unterschiedlich sind, heißt es weiter in dem Bericht von „Kress“. Demnach suchten manche die Bühne, andere das Geld.

Michael Ballack, Ex-Nationalspieler, forderte vom Sender „Sport1“ für zehn Europa-League-Spiele angeblich rund 200.000 Euro. Zu viel für den Sender. Nach Bekanntwerden der angeblichen Bezüge ließen die Reaktionen nicht lange auf sich warten. Viele Nutzer bei Twitter können das nicht nachvollziehen.

(mit dpa)

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