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Netflix-Dokumentation : Reaktionen auf die True Crime Serie „Making a Murderer“ um Steven Avery

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Wütende Zuschauer der neuen Netflix-Dokumentation starten eine Online-Petition um den Amerikaner Steve Avery zu helfen.

shz.de von
erstellt am 05.Jan.2016 | 14:11 Uhr

Serien aus dem True-Crime-Genre sind wieder angesagt. Der Podcast „Serial“, die HBO-Miniserie „The Jinx“ und seit dem 18. Dezember auch die Netflix-Dokumentation „Making a Murderer“ fesseln die Zuschauer und lösen zum Teil Reaktionen aus, die den Fall beeinflussen könnten.

Die Serie behandelt die Geschichte des US-Amerikaner Steven Avery, der wegen sexueller Belästigung und versuchten Mordes für 18 Jahre im Gefängnis saß. Die Unstimmigkeiten und Unklarheiten des damaligen Verfahrens sorgten dafür, dass dieses wieder aufgerollt wurde und Avery aufgrund entlastender Beweise im Jahre 2003 freigesprochen wurde. Das allein ist der Inhalt der ersten Folge der 10-teiligen Dokumentation und damit nur der Anfang von Averys verworrener Geschichte. Nach seiner Freisprechung verklagte Avery die Verantwortlichen seiner fälschlichen Verhaftung auf einen Millionenbetrag, wird aber kurz darauf eines Mordes beschuldigt.

Wer die Fortsetzung der Geschichte erfahren will, schaut sich entweder die Serie an oder googelt die Namen Steven Avery und Brendan Dassey, Averys Neffe, der auch in den Mordermittlungen verwickelt war.

Für die Dokumentation begleiteten die Macher den Fall über zehn Jahre und versuchen mit Zusammenschnitten und Interviews der Beteiligten den Fall zu rekonstruieren und die Ungereimtheiten der Behörden aufzuzeigen. Seit dem Auftauchen der Netflix-Serie liefert eine Google-Suche vor allem Meinungsbilder der Zuschauer.

In dem Reddit-Forum zu dem Thema, bei Facebook und Twitter werden Spekulationen, Memens, Anschuldigungen, Ermittlungsvorschläge und Hasstiraden ausgetauscht. Dass über erfolgreiche Serien und Filme diskutiert wird, ist erst einmal nichts Besonderes. In dem True-Crime-Genre jedoch, beziehen sich die Diskussionen aber teilweise auf aktuelle Ereignisse und reelle Personen, die sich nun mit den persönlichen Anschuldigungen auseinander setzen müssen.

#makingamurderer

Posted by Dave & Deb Z104 on  Montag, 4. Januar 2016

 

Mein neues Jahr begann nicht mit nem BANG sondern mit nem BINGE von #MakingAMurderer! Ich konnte nicht aufhören und...

Posted by Jochen Schropp on  Freitag, 1. Januar 2016

 

Es wird außerdem darüber diskutiert, inwiefern die Dokumentation voreingenommen ist und Tatsachen verzerrt darstellt. So sagt zum Beispiel der Sheriff Robert Hermann von Manitowoc County der Presse, die Serie sei keine Dokumentation, da sie nicht chronologisch erzählt werde. Geschehenes und Gesagtes werde aus dem Kontext gerissen und damit die öffentliche Meinung in eine bestimmte Richtung gelenkt.

Außerdem wird kritisiert, dass das Format ungeeignet sei. Es handelt sich hierbei um einen echten Fall, mit echten Betroffenen und nicht um einen Krimi, der allein für die Unterhaltung der Zuschauer geschrieben wurde.

Ob die Serie es schaffen wird vollständig Licht ins Dunkel zu bringen, wird sich zeigen. Eine Online-Petition, gerichtet an den US-Präsidenten Barack Obama und Wisconcins Govenor Scott Walker, hat aktuell 246.193 Unterstützer. Die Petition verlangt, dass Avery sofort entlastet werde und die, in dem Fall betroffenen, Beamten zur Verantwortung gezogen werden.

Für andere, wie zum Beispiel dem Reddit-Nutzer canashian, spricht die Serie sinnbildlich für das Klassen- und Rechtssystem in den USA.

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