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Shitstorm für Pro Sieben : Publikum zerreißt „Millionärswahl“

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Pro Sieben suchte den ersten demokratisch gewählten Millionär. Was als TV-Highlight gedacht war, entpuppt sich als Flop. Schlechte Quoten und scharfe Kritik hagelt es am Tag danach.

shz.de von
erstellt am 10.Jan.2014 | 13:00 Uhr

Berlin | Der Start der neuen Show „Millionärswahl“ verlief für den Münchner Privatsender ProSieben sehr mau: Nur 1,89 Millionen Zuschauer schalteten am Donnerstagabend um 20.15 Uhr die erste Folge der auf acht Teile angelegten Showreihe ein, die abwechselnd auf ProSieben und Sat.1 zu sehen ist. Der Marktanteil betrug 6,3 Prozent. Auch beim vom ProSieben heiß begehrten Publikum zwischen 14 und 49 Jahren lief es mit 10,7 Prozent nicht optimal.

Es gab zum Teil scharfe Kommentare im Internet. „Vernichtende Kritiken, schlechte Quoten, Langeweile & am Ende bleibt dem „Gewinner“ nicht mal 'ne Million. Absetzen, sofort!“, schrieb der Twitterer „ff-Kritiker“. „Neue Castingshow auf @ProSieben: #Millionärswahl wird zum Desaster“, kommentierte „Tagesspiegel.de“. „Ein Experiment ist gescheitert“, titelte der Fachdienst „DWDL.de“.

In der Show soll ein „demokratisch gewählter“ Millionär gefunden werden, der nicht von einer Jury, sondern vom TV-Publikum per Telefon, von der Gemeinde der 27.000 Bewerber und von den jeweils sieben Kandidaten pro Ausgabe bestimmt wird. Der Zorn der Zuschauer richtete sich am Donnerstag dagegen, dass nicht der Publikums-Liebling Ralf Zander, der von Zuschauern und „Millionärswahl“-Gemeinde die volle Punktzahl erhielt, weiterkam, sondern aufgrund der komplizierten Punktevergabe der Breakdancer Benedikt. Im Studio schallten noch während der Live-Sendung Buhrufe.

Auch Moderator Elton reagierte kurz nach der Sendung auf das überraschende Ergebnis. Auf seiner Facebook-Seite fand der 42-Jährige klare Worte. „Guten Abend! Ich kann euren Unmut absolut verstehen. Auch ich bin überrascht, weil keiner so wirklich damit gerechnet hat. Trotzdem war die Show an sich ja sehr gut. Schiebt es aber bitte jetzt nicht auf mich. Das ist nicht fair."

Mit Abstand am besten schlug sich zeitgleich um 20.15 Uhr die ZDF-Traditionsserie „Der Bergdoktor“ mit 6,69 Millionen Zuschauern (20,5 Prozent). Mit deutlichem Abstand folgte die RTL-Actionserie „Alarm für Cobra 11“, die 2,96 Millionen Menschen (9,1 Prozent) sahen, „Der Lehrer“ verbuchte um 21.15 Uhr 2,53 Millionen (8,2 Prozent).

Die Wiederholung des ARD-Kluftinger-Krimis „Milchgeld“ hatte 2,68 Millionen Zuschauer (8,2 Prozent), auch die Sat.1-Krimiserie „Criminal Intent“ brachte mit 2,55 Millionen Zuschauern (7,8 Prozent) auf mehr Resonanz als die „Millionärswahl“. Beachtlich schlug sich die neue „Tatortreiniger“-Folge „Fleischfresser“ mit Bjarne Mädel im NDR Fernsehen um 22.30 Uhr mit bundesweit 1,08 Millionen Fans (4,9 Prozent).

Nach acht Tagen im neuen Jahr liegt das ZDF mit 14,0 Prozent Marktanteil vor dem „Ersten“ mit 12,3 Prozent an der Spitze. RTL als stärkster Privatsender erreicht 10,5 Prozent. Sat.1 folgt mit 7,7 Prozent, ProSieben kommt auf 6,0 Prozent, Vox auf 5,1 Prozent, RTL II auf 4,0 Prozent, Kabel eins auf 3,8 Prozent und Super RTL auf 1,9 Prozent.

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