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Medien : Polizeiruf 110: Zwischen den Welten

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Für manchen «Tatort»-Fan gilt der «Polizeiruf 110» als Krimi zweiter Wahl. Dass die einstige reine Ost-Reihe sich aber keinesfalls hinter der Kult-Fernsehsendung verstecken muss, beweist an diesem Sonntag in der ARD mal wieder der neue Fall aus Rostock.

shz.de von
erstellt am 25.Aug.2013 | 00:07 Uhr

In «Zwischen den Welten» sucht das Team Bukow (Charly Hübner) und König (Anneke Kim Sarnau) nach dem Mörder der schönen Jura-Studentin Julia. Der undurchsichtige und bis zuletzt spannende Fall besticht dabei nicht nur mit starken Nebendarstellern, sondern vor allem mit dem Ermittler-Duo. Oder welches «Tatort»-Team hat schon mal in einer Karaoke-Bar schnapstrunken Hits von Nirvana gegrölt?

Der Einstieg ist klassisch: Ein Fernsehkommissar, der Urlaub hat, hat natürlich keinen Urlaub - zumindest nicht länger als fünf Minuten bis nach Filmbeginn. So lang darf der brummig-liebenswerte Kommissar Bukow mit Bierbauch und Söhnen beim Angeln sitzen, bis ihn die Arbeit wieder hat. Kurz darauf nämlich steht er neben einer Frauenleiche im Wald, zu der ihn das traumatisierte Kind der Ermordeten geführt hatte. Tot ist die hübsche Jura-Studentin Julia - nur wieso?

Bukow und seine toughe Kollegin König stochern im Nebel und machen das Naheliegende: den immer ein bisschen zu stark schwitzenden Ehemann verhören, die Nachbarn befragen («Ham' Sie Kinder?» - «Nee, wir ham' nen Outdoor-Laden.»), das Umfeld - Uni und Arbeit - beleuchten. Genau da wird es spannend: Denn dass Julias Kommilitonin und Freundin Lisa - ebenfalls wunderschön und großartig gespielt von Alice Dwyer - etwas verbirgt, wird an ihrem lasziven Blick aus blauen Augen schnell klar. Auch Lisa und Julias Professor kauft man den Saubermann nicht richtig ab.

Das wissen natürlich auch die Ermittler, kommen aber nicht weiter. Also doch die schwer traumatisierte sechs Jahre alte Tochter des Opfers befragen, die unmittelbare Zeugin des Verbrechens zu sein scheint? Bukow ist erst dagegen und König dafür, dann ist es genau umgekehrt - und so gehen beide erstmal Schnäpse kippen und in einer Karaoke-Bar feiern. Das hilft König, die ihre schmerzhafte Familienvergangenheit aufarbeitet. Bukow und seiner Ehe jedoch eher weniger, denn er fällt seiner sowieso gereizten Frau morgens um drei Uhr betrunken lallend in die Arme: «Meine Kollegin hat sich ein bisschen geöffnet und dabei hab ich ihr dann geholfen.»

Neben dem leisen, aber nie langweiligen Fall, der allerlei falsche Fährten bis zur Auflösung legt, überzeugt «Zwischen den Welten» also mit der zweiten Ebene, von der fast jeder Krimi lebt: Dem Privatleben der Ermittler. Was seine Frau Bukow noch zu sagen hat, würde man jedenfalls gern in einer neuen Folge der NDR-Produktion erfahren.

Beschreibung der Folge «Zwischen den Welten»

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