Medien : Medienfrauen kritisieren MDR-«Tatort» als frauenfeindlich

Claudia Müller ist Gleichstellungsbeauftragte des MDR.
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Claudia Müller ist Gleichstellungsbeauftragte des MDR.

Der MDR-«Tatort» «Kalter Engel» aus Erfurt bekommt den Negativpreis «Saure Gurke». Damit wollen die Medienfrauen von ARD, ZDF und ORF auf aus ihrer Sicht frauenfeindliche Berichterstattung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk aufmerksam machen, wie es in einer Mitteilung vom Deutschlandradio hieß.

shz.de von
10. November 2013, 15:27 Uhr

«Wir treffen auf Frauenrollen, die wir in 40 Jahren "Tatort" kennen und lieben gelernt haben: die Heilige, die Hure, die herrische Vorgesetzte und ein Mordopfer, das selbst schuld ist», hieß es in der Begründung der Jury.

«Uns erstaunt das eher», sagte ein MDR-Sprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. «Möglicherweise hat sich der Jury das Drehbuch nicht erschlossen.» Schließlich habe die Praktikantin entscheidend zur Lösung des Falls beigetragen. «Was daran frauenfeindlich ist, können wir nicht nachvollziehen.»

Die Ermittler in dem Fernsehfilm waren das jüngste «Tatort»-Team bisher. Das Trio - zwei Kommissare und eine Praktikantin - sollte den Mord an einer Studentin aufklären.

Außerdem wollte die Jury noch einen «Trostpreis» vergeben. Er sollte an einen ZDF-Werbefilm zur Fußball-Europameisterschaft der Frauen gehen. Dort schießt eine junge Frau im Dress der Nationalelf einen schmutzigen Ball in die Trommel einer Waschmaschine. Der Spot hatte schon kurz nach der Ausstrahlung für Kritik und Spott in den sozialen Netzwerken gesorgt.

Die Medienfrauen vergeben die «Saure Gurke» seit 1980 jährlich.

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