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„Tatort – Adams Alptraum“ : Lynchmob gegen Liebling des Glücks

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Der dritte Versuch der Saarbrücker Ermittler, beim Publikum zu punkten, ist nicht ganz missglückt. Die Story war zwar lauwarm, doch der Kommissar reißt's raus.

Letzte Chance für den saarländischen „Tatort“ und Knuddel-Bulle Jens Stellbrink (Devid Striesow). Nach dem Doppel-Flop seiner ersten beiden Auftritte, haben Sonntagabend sicher alle ganz genau hingeschaut, ob der Typ und die Reihe noch zu retten sind.

Die Hoffnung Striesow stirbt zuletzt. Denn ist die Story erneut eher lauwarm, so kann zumindest der Mimen-Krösus kräftig punkten. Erstens, weil er nicht ständig auf dem Alarmknopf herumreiten muss (Buch: Lars Montag, Dirk Kämper). Zweitens, weil sich Regisseur Hannu Salonen bei seinem dritten Stellbrink-Versuch endlich auf das Talent seines Superstars besinnt, Figuren gleichzeitig tragisch und komisch aussehen zu lassen. Und drittens, weil diesmal auch der Rest des Kripoteams auf Slapstick und Wort-Klimbim verzichtet und einfach seine Arbeit macht (Elisabeth Brück, Hartmut Volle, Sandra Steinbach).

Das tut auch not. Schließlich wird einem Schwimmtrainer der Garaus gemacht, der nicht nur bei seinen kleinen Jungs äußerst beliebt ist, sondern für seine ehrenamtliche Arbeit sogar von der Stadt Saarbrücken geehrt wird. Da ist Pietät angesagt.

Denn ausgerechnet kurz nach der Ehrung durch die Bürgermeisterin wird Sven Haasberger plötzlich von einem Mob vermummter Gestalten umringt. Auf offener Straße. Und diese Gestalten drohen nicht nur, sie stürzen sich auf ihn und prügeln ihn so platt, dass der Trainer-Liebling im Koma landet.

Keiner kann sich einen Reim darauf machen. Weder seine Freundin, noch seine Ex oder seine Tochter (Inga Lessmann). Erst als Gerüchte kursieren, der Schwimmtrainer habe sich an seinen Jungs vergangen und der Flashmob war ein Racheakt gegen den „Kinderficker“, haben unsere Cops ein klares Motiv. Nur Stellbrink wehrt sich gegen das Offensichtliche und gräbt immer tiefer im Umfeld des Opfers. Bis das Unfassbare ihn erfasst. Wortwörtlich. Sagen wir mal so: Wiedergutmachung sieht anders aus. Aber wenigstens ist die Faxerei vorerst vorbei. Wir sollten Saarbrücken also noch nicht ganz abschreiben. Nur, was bringt Folge 4?

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erstellt am 27.Jan.2014 | 09:35 Uhr

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